„Prächtiges Thier,“ dachte Gourville bei ſich ſelbſt. Dingos Naslöcher erweiterten ſich.
„Wenn ich nicht derjenige wäre, der ich bin,“ fuhr Gourville in ſeinem Gedankengange fort,„ſo hätte ich ein Dingo werden mögen, wie du, aber nicht angekettet, ſondern jagend in Auſtraliens öden Wäldern.“
Das Geheul des Hundes nahm zu. Er ſcharrte mit den Hinterfüßen, ſeine Naslöcher ſchnaubten.
Gourville merkte an dem thieriſch wilden Ausdruck in ſeinem Blick gar zu gut, daß es nicht die Furcht war, die ihn zurückhielt, ſondern die Genußſucht.
Er genoß ſeinen Raub, wie der Wilde, bevor er ihn tödtet, und er zögerte unr deßwegen, ihn zu todten, weil er dadurch ſeinen Genuß um ſo mehr ſteigern wollte. Es war die rohe Gourmandiſe einer blutdürſtigen, wil⸗ den Beſtie, die ſich bei ihm zeigte. Aber auf einmal zer⸗ ſchmolzen Dingos Augen zu kleinen rothen Punkten, aus denen blos ſchmale Feuerſtrahlen hervorſchoſſen.
Das Geheul wurde feiner.
Gourville betrachtete jede ſeiner Bewegungen genau.
Mit einem einzigen bellenden Ton ſchien Dingo jetzt dem thieriſchen Spiel mit ſeinem eigenen Blutdurſt ein Ende machen zu wollen.
In dieſem Augenblick ſprang Gourville wie ein Pfeil von ſeinem Stuhl auf und wandte ſich gegen ihn.
„Dingo,“ rief er,„Dingo!“
Der Ton der Stimme ſeines Herrn, der Anblick ſeines Geſichtes wirkte wie ein Zauberſchlag auf den Hund.
„Leg dich, Dingo!“
Dingo ſtürzte von ſeinem Platz zurück.
„Leg dich, Dingo, habe ich geſagt.“
Das Thier ſenkte den Kopf.
„Hörſt du nicht, Dingo? leg dich, habe ich beſohlen.“
Dingo legte ſich. So wild er kaum erſt geweſen war, ſo zahm er⸗


