Teil eines Werkes 
12. bis 16. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

Dingo, mein Dingo 1rief Gourville.Dingo, hierher, mein Dingo!

Die Augen des Hundes flammten, während er mit dem zottigen Schweif ſeinen Willkomm wedelte.

Sein Ausſehen war übrigens ganz eigenthümlich. Er ſchien keiner beſtimmten Race anzugehören, ſondern eine Miſchung von einem Bluthund und einem Neuhol⸗ länder zu ſein, aber mit einer überwiegenden Hinneigung zum Letzteren, weßhalb er auch den bei den Eingebore⸗ nen dieſes Landes gebräuchlichen Namen Dingo behalten hatte. 5

Sein Körper glich in der Größe einem Bluthund, aber der Kopf war der eines Fuchſes, ganz wie bei einem Neuholländer, mit emporſtehenden Ohren. Der Schweif war ebenfalls lang und ſehr haarig.

Aber nicht blos das äußere Anſehen deutete auf ſeine gemiſchte Abkunft, ſondern noch mehr der Charakter.

Der Bluthund i*ſt bekannt durch ſeinen ſcharfen Ge⸗ ruch, weßhalb er oft dazu gebraucht wird, verlaufenes und angeſchoſſenes Wild aufzuſpüren, zuweilen auch Diebe zu verfolgen u. ſ. w. Im ſpaniſchen Weſtindien werden bekanntlich die Verbrecher mit Bluthunden gejagt. Der Jäger iſt unzertrennlich von ſeinem Hund; zu Haus wird er angebunden gehalten und erſt in dem Angenblick los⸗ gelaſſen, wo er den Raub angreifen ſoll.

Der Neuholländer iſt gewöhnlich etwas kleiner, ſonſt gleicht er einem ſtarken Fuchs, namentlich auch darin, daß er beinah niemals billt, ſondern nur von Zeit zu Zeit einige Töne ausſtößt, meiſtens jedoch blos ein kla⸗ gendes Geheul. An Wildheit und Gefräßigkeit wetteifert er mit jeder andern Hunderace. Der Känguru hat einen gefährlichen Feind in dem Neuholländer.

Dingo, mein lieber Dingo! ſagte Gourville, wäh⸗ rend er die mit offenem Rachen, ſchneeweißen glänzenden Zähnen und blitzenden Augen zu ſeinen Füßen ſich wäl⸗ zende Beſtie ſtreichelte.Du bettelſt mich an, fuhr Gour⸗