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Ein ganzer Cyelus von Gedanken ſchlich ſich ſachte an Gonrville's Seele vorüber, während er ein paar 5 Mal im Zimmer auf- und ab ging.
„Charlotte wird die Sache durchführen,“ dachte er, „Paul wird kommen.“ .„Geld, Geld,“ murmelte er dann halblaut.„Es kann 4 nicht mehr fehlen.“ „Ich muß Kellner beweiſen, daß ich ein guter po⸗ litiſcher Bundesgenoſſe bin.“ 4 Mit einer Miene, die mehr einen Herrſcher als et⸗ was Anderes verkündete, blieb er von Neuem beim Fen⸗ ſter ſtehen. 1 Man hätte in dieſem Augenblick glauben können, . er habe über Alles zu gebieten, was er vor ſich ſah. Stolze Gedanken flößen Muth und Kraft ein. „Das Loſungswort iſt alſo endlich gefunden,“ dachte er bei ſich ſelbſt,„das Loſungswort für mein Leben, für meine Seele, für mein Herz, für meine Zukunft. Ich bin ein Mann, der niemals den Schutz einer Mutter oder eines Vaters beſeſſen hat, ein in die Welt hinausgewor⸗ fenes Weſen, aufgewachſen außerhalb der Schwelle des . Familienlebens und ebenſo auch des Staates, ohne alle Verpflichtungen, ohne alle Schuld der Dankbarkeit gegen den Einen wie gegen den Andern. Frühzeitig ſank ich dem Verbrechen in die Arme... das Verbrechen ſoll mich retten. Die allgemeine Landſtraße führt nicht zu meinem Glück. Mein Weg ſchlängelt ſich unter den Krümmungen des Waldes vorwärts. eine Seele hat mehr deun die meinige nach einem großen Ziele dürſten können, für das ſie hätte wirken mögen. Kein Herz hat heftiger als das meinige für Mittel und Gelegenheiten, eine Rolle zu ſpie⸗ len, entbrennen können. Jetzt ſehe ich das Ziel, jetzt weiß ich das Mittel, jetzt verſtehe ich meine Rolle. Kellner hat mit einem einzigen Wort das Räthſel meines Lebens gelöst, Die Loſung heißt Revolution.“


