Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

¾

233

raſchung zu malen, als er in das Käſtchen hineinblickte und es leer fand!

Die Papiere waren verſchwunden.

Niemand bewegte ſich von der Stelle, aber alle Blicke ruhten fragend auf Paul.

Ein halb erſtickter leiſer Ausruf ertönte zu gleicher Zeit von den Lippen Gabrielens und der Baronin.

Pauls Beſtürzung theilte ſich auch den Uebrigen mit.

Nur Franz Kelluers Stirne erhob ſich ſtolz, wäh⸗ rend ein Hohnlächeln aus ſeinen Augen funkelte.

Mein Herr Vetter, ſagte er,Sie ſind ausneh⸗ mend glücklich, wenn Sie mit älteren Männern ein Gaukelſpiel treiben wollen. Sie ſind ſinnreicher als ich vermuthet hätte. Die Comödie, die Sie geſpielt, würde auf dem königl. Theater Furore gemacht haben; ich bin geneigt, Ihnen zu applaudiren.

Die Bitterkeit dieſer Worte führte Paul zu ſich ſelbſt zurück.

Man hat mich beſtohlen, ſagte er.

Vortrefflich, mein Herr Vetter. Vielleicht hat man das auch hier gethan, obſchon Sie nicht einen einzigen Augenblick Ihre Hand von dem leeren Käſtchen da ab⸗ zogen. Sie ſind unläugbar ein Spaßvogel. Inzwiſchen errathe ich, wer Sie ſind, mein Herr. 3

Paul antwortete ihm nur mit einem kalten Blick.

Wo ſind die Legitimationsurkunden, von denen Sie ſprachen?

Was meinen Sie damit?

Ich frage blos, wo ſte ſind.

Sie ſind in Doupletten vorhanden, mein Herr, und werden ſich leicht vorfinden.

Sie ſcherzen wohl auch jetzt auf unſre Koſten.

Um Ihre Neugierde zu befriedigen, mein Herr Vetter, will ich Ihnen ſagen, daß Sie ſo viele Abſchrif⸗ ten dieſer Urkunden, als Ihnen nur belieben wird, er⸗ halten können, wenn Sie ſich nur die Mühe nehmen