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kümmerte ſich wenig um die Unehre, die dieſe Frauen treffen konnte, aber er dachte mit Verdruß an die Schande, die zu gleicher Zeit auch ihn erreichen mußte.
Ein Kummer weilte überdieß auf der Stirne ſeines Vaters, und er ahnte, daß auch der Greis etwas fürch⸗ teun konnte. Franz Kelluer wollte ſprechen, aber zum erſtenmal wußte er nicht, was er ſagen ſollte.
Paul hielt bereits den Schlüſſel des Käſtchens in ſeiner Hand und beugte ſich über daſſelbe hinab.
Im nächſten Augenblick ſollte das Schloß auf⸗ ſpringen. Was gethan werden ſollte, mußte alſo ſogleich ge⸗ ſchehen.
Ein kalter Schweiß lief über Franz Kellners Stirne, als Paul den Schlüſſel ins Schloß ſteckte.
„Warten Sie noch ein wenig!“ rief er in dieſem
Angenblick,„warten Sie!“
Aller Augen wandten ſich jetzt, wie von einem ein⸗ zigen Faden gezogen, von dem Käſtchen ab und auf Franz.
Er hatte einen Einfall bekommen.
Die Baronin hatte ihm geſagt, daß Pauls Geburt zweideutig ſei, und Paul hatte ſelbſt von einem Findel⸗ kinde geſprochen.
Franz Kellner rechnete dieſe zwei Umſtände zuſam⸗ men, und die Summe wurde für ihn groß genug, um wenigſtens Etwas daraus zu machen.
3 Bei der unerwarteten Aufforderung hielt Paul wirk⸗ lich inne und auch ſein Blick war fragend auf Franz eheftet. 8„Mein Herr Vetter,“ ſagte Franz,„Sie haben von einem Findelkind geſprochen, das mein Onkel nach Amerika mitnahm und dem er dort eine ſorgfältige Er⸗ ziehung gab.“ „Darüber iſt nichts zu ſagen, als was ich bereits


