Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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zu verlaſſen und ſich unter einem andern Himmel, in einem andern Welttheil anzuſiedeln. Während des Pro⸗ zeſſes gegen ſeinen Bruder reifte das alte Verlangen, auszuwandern, und mein Vater beſchloß, es ſogleich ins Werk zu ſetzen. Er realiſirte ſchnell ſeinen Beſitzthum und war bald bereit abzureiſen. Inzwiſchen wurde das Urtheil über ſeinen Bruder ſpruchreif, und es ging ihm dermaßen zu Herzen, daß er darin eine neue Auffor⸗ derung fand, ſeine Abreiſe zu beſchleunigen. Schon war Alles in Ordnung. Er hatte ſeinen Freunden und Be⸗ kannten auf ewig Lebewohl geſagt. Im Norrſtröm lag ein Schiff auf ſeine Rechnung ſegelfertig. Alle ſeine Effekten waren an Bord, und der letzte Abend ſeines Aufenthalts auf ſchwediſchem Boden war gekommen.

Meine Eltern hatten beſchloſſen, ihn allein und für ſich

ſelbſt zuzubringen. Still und ergriffen von dem wich⸗ tigen Abſchnitt in ihrem Leben, dem ſie jetzt entgegen ſahen, gingen ſie durch die bereits leeren und öden Zim⸗ mer. Sie hatten ſo eben Beſuch von einem Geiſtlichen gehabt, den ſie berufen hatten, um ſich von ihm das Nachtmahl ertheilen zu laſſen. Ihre Herzen waren von tiefer Andacht ergriffen und ihre Gedanken weilten we⸗ niger auf der Erde als bei einer allmächtigen Vorſehung. Die Sonne war untergegangen. In dem Kamin brannke eine helle Flamme. Alles war ſtill um ſie her und in ihrem Inneren herrſchte Frömmigkeit. Da hörten ſie ganz unvermuthet ein ſchwaches Getöne, eine wimmernde zarte Stimme vor der Thüre... ſie lauſchten.... das Getöne ließ ſich von Neuem vernehmen... und als ſie jetzt hinaus eilten, um zu ſehen, was es wäre, fanden ſie eine Schachtel und in der Schachtel ein zar⸗ tes Kind. Mit Zärtlichkeit wurde es aufgenommen. Neben dem Kinde fanden ſie ein kleines Billet, das nur die Worte enthielt: Ein elternloſes Kind ſucht Eltern und hofft ſie in euch zu finden. Es ſtand kein Name

darunter. Mein Vater und meine Mutter betrachteten 1