Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

222

haben, kann ſich wahrhaftig ſelbſt der größte Reduer nicht ſchmeicheln. Ich gratulire Ihnen, mein Vetter. Aber betrachte ich genau, was Sie geſagt haben, ſo kann ich Sie nur beklagen, weil ich nichts anderes als Phraſen finde, und wenn Sie ſelbſt müde werden, uns damit zu traktiren, ſo gehen Sie zu kindiſchen Volksmärchen über, zu wunderlichen Einbildungen, zu närriſchen und lächer⸗ lichen Kinderſagen, womit Sie uns vermuthlich ſchrecken wollen. Aber welche Verſuche Sie auch machen mögen, um Ihr Ziel zu erreichen, ſo ſcheitern Sie unaufhörlich an unausgemittelten Naturkräften, und dieß verzeihe ich Ihnen wirklich; denn das iſt das Schickſal aller derjeni⸗ gen, die den Stein der Weiſen ſuchen. Wenn wir ab⸗ weichende Begriffe vom Staat haben, ſo haben wir ſolche auch von den Erforderniſſen einer auf genügende Art geführten Diskuſſion. Um eine ſolche zu führen, muß man zum mindeſten wiſſen, wo man hinaus will, und man

muß auch den Weg kennen, der dahin führt. Sie, mein

Herr Vetter, ſuchen Beides, ſind aber ſo unglücklich Kei⸗

nes von Beiden zu finden, Sie gleichen einem Schützen,

der einen Vogel in der Luft erlegen will, aber weder

Kugel noch Gewehr hat. Vernünftigerweiſe würde jeder unter ſolchen Umſtänden den Muth verlieren; aber Sie,

Sie werfen unaufhörlich Knallerbſen gegen die Wolken

und ſcheinen darin ganz unermüdlich. Zum Teufel, mein

Herr Vetter, beſinnen Sie ſich, ehe Sie weiter gehen.

Wenn Sie die Sache ruhig betrachten, ſo werden Sie ohne Zweifel bald einſehen, daß Sie bereits gar zu lange mit Windmühlen gefochten haben. Man hat mir erzählt, ein ſchwediſcher General ſei einmal zwiſchen den Flügeln

einer Mühl durchgeritten, aber täuſchen Sie ſich nicht,

mein Vetter, Sie ſind kein General und Sie ſind daher auch bereits an einem der Flügel hängen geblieben. Schließen Sie deßhalb bei Zeiten, mein Herr Vetter, oder ſagen Sie uns ſo bald wie möglich, wo Sie hinans wollen, uu 3

*

m

,.=SP.

8