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ihre Schlußfolgerung, Hinter dem fantaſtiſchen Sagen⸗ gewand, womit die Einfalt ganz natürliche Verhältniſſe ausgeſtattet hatte, glaubte ſte den wahren Sinn zu er⸗ kenneu, und auch ſie dachte: Mein Gott, das alles gilt ja mir.
Hätten die Augen der Baronin und Gabrielens ſich jetzt einander begegnet, ſo würden ſie ſicherlich ihr gegen⸗ ſeitiges Geheimniß entdeckt haben.
Franz Kellner richtete ſein Haupt auf und kreuzte die Arme über ſeiner Bruſt. Man hätte glauben können, er wolle ſich mit Stolz gegen die Eindrücke verbarrika⸗ diren, die Pauls Worte bei ihm erweckten. Pauls, mit ſeinem bunten Sagenkleid geſchmückte Erzählung, war auch ihm nicht ganz fremd. Sein Stolz litt gleichwohl in dieſem Augenblicke, nicht um der Baronin willen, ſondern aus ganz andern Gründen. Wir wiederholen noch einmal, daß er Gabriele mitgebracht hatte, um ihr eine Lektion zu ertheilen, weil er glaubte, ſie würde durch die Entſchleierung des Leichtſinus der Baronin eine ſolche erhalten; aber er empörte ſich gleichwohl gegen den Ge⸗ danken, daß auch Gabrielens Fehltritt an den Tag kom⸗ men ſollte, denn er erblickte darin eine harte Demüthi⸗ gung für ſich ſelbſt.
Die Uebrigen folgten der Erzählung Pauls mit ge⸗ miſchtem Intereſſe, weil ſie noch nicht wußten, welche Conſequenzen ſich daraus ziehen ließen.
Der General hatte ſeinen Blick unverwandt auf den Erzähler geheftet; er hatte noch nie etwas von dem ge⸗ hört, was er jetzt vernahm.
Als der Tod der Oberſtin und Gabrielens in die⸗ ſelbe Zeit fallende Krankheit erwähnt wurden, näherte ſich Graf Curt ſeiner Tochter, deren aufgeregte Stim⸗ mung ihm nicht entging. 1 1
Mit väterlicher Zärtlichkeit drückte er ihre Hand, und da er ſie zittern fühlte, beugte er ſich gerührt über ſie und küßte ſie theilnehmend auf die Stirne.
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