Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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keiner Bedingung aufgeben wollte. Aber als mein Va⸗ ter vom Tod des Barons Lander erfuhr und daß man ſeinen Bruder nicht blos im Verdacht, ſondern auch be⸗ reits verhaftet hatte, als ferner das Gericht erzähne, daß ſich triftige Beweisgründe gegen ihn vorfänden, da wurde er tief davon aufgeregt und er beſchloß, für ſich ſelbſt Nachforſchungen anzuſtellen, um den wahren Sach⸗ verhalt wo möglich zu ermitteln. Ohne allen Aufſchub begab er ſich daher nach Großſmeſtad.

Die Freude der Baronin darüber, daß Niemand ſich

getraute, die Gründe für das Benehmen der Oberſtin anzugeben, verſchwand gänzlich, als ſie jetzt ſah, daß wiederum ein weites Feld für neue Entdeckungen ſich er⸗ öffnet hatte. Sie zog, gleich als wollte ſie ſich gegen eine Erkältung ſchützen, ihren Shawl dicht um ſich und legte ſich in die Sophaecke zuxück. Um ſich ſoviel wie möglich in ſich ſelbſt zu verſchließen, ließ ſie ihre Augen zufallen, ohne daß ſie deßhalb aufhörte, aufmerkſam Allem zu folgen, was Paul zu ſagen hatte und wofür ſie aus ganz natürlichen Gründen nicht gleichgültig ſein konnte, obſchon ſie es ſcheinen wollte. 4 In Gabrielens Geſicht, das aller Verſtellungskunſt gäuzlich fremd war, wo Seele und Herz ſich beſtändig abſpiegelten, wo Frenden und Leiden abwechſelnd, je nach den Regungen ihres Gemüths, wie ein Strahl oder ein Wolkenfleck aufklärend oder verdunkelnd ſchwebten, in dieſem Geſicht zeigte ſich jetzt das lebhafteſte Intereſſe, womit ſie Paul folgte.

Drei Umſtände ſtanden deutlich vor ihrer Seele: daß Großſmeſtad und Aſen ganz nahe bei einander lagen, daß Baron Landers Tod vor 22 Jahren erfolgt war, daß ſie ſelbſt ſich um dieſe Zeit dort aufhielt, wie auch, daß der Tod ihrer Tante in dieſelbe Zeit ſiel.

Könnte wohl alles dieß in einem gewiſſen Zuſam⸗ menhang zu einander ſtehen? fragte ſie ſich. Was für Gründe hatte wohl ihre Tante gehabt, ſich in die Fa⸗