Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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Grund hatte, auf einen Verſtorbenen, überdieß unter ſo traurigen Umſtänden geſtorbenen Mann, keinen Schatten werfen zu wollen. Deßhalb erlaube ich mir noch einmal, die Frau Baronin zu bitten, daß ſie die Güte haben möge, ſich deutlicher zu erklären.“

Jedesmal, wenn Paul ſich an die Baronin wandte, empfand ſie eine eiſige Kälte oder eine brennende Hitze. Der ungeſtörte Ernſt, womit Paul ſich ausſprach, wie auch die Möglichkeit, die er ihr eröffnet hatte, ihre frühere Angabe zurückzunehmen, quälte ſie. Was ſollte ſie thun? Sie fühlte ſich verwirrt, aber nachdem ſie ſich einmal er⸗ klärt hatte, beſchloß ſie, ſich daran zu halten.

„Sie beſtreiten alſo, Frau Baronin,“ begann Paul wieder,„daß es ſich jemals um eine Scheidung zwiſchen Ihnen und Ihrem Manne gehandelt habe?“

„Ja, mein Herr.“

„Sie beſtreiten, daß die Oberſtin Reuter den Auf⸗ trag von Ihnen bekommen habe, Ihren Mann von Ihnen entfernt zu halten?“.

„Ja.“

„Unzweifelhaft muß man alſo annehmen,“ fuhr Paul fort,„daß die Oberſtin Reuter ſich in ihren Angaben weniger ſtreng an die Wahrheit gehalten habe, als mein Onkel zu vermuthen Urſache hatte. Da ſie jedoch, was ich mit Sicherheit zu wiſſen glaube, eine kluge und ver⸗ ſtändige Dame war, ſo wird es um ſo klarer, daß ſie, wenn ſie ſich einer Unwahrheit bediente, ſehr gültige und nöthigende Gründe dazu gehabt haben muß. Man muß alſo durchaus die Frage ſtellen: worin mochten dieſe Gründe beſtehen? Sie wiſſen es wohl nicht, Frau Baronin?“ init 2

„Es iſt mir unbekaunt.“.

„Ich bitte um Entſchuldigung,“ fügte Paul hinzu, „aber ſollte vielleicht jemand von den Anweſenden die Sache beſſer kennen?“

Ein allgemeines Nein beantwortete dieſe Frage.