—
211
Gemüthsart wohl bekannt, hatte er ſich vorgenommen, derſelben Zügel anzulegen, nicht blos im Gefühl der wichtigen Frage, deren Ausmittlung ihm oblag, ſonvern auch um ſo mehr, weil er Roman, den bewährten, ſtets treu befundenen Freund, an ſeiner Seite vermißte und ſich deßhalb jetzt verwaister fühlte als je.
„Erlauben Sie mir,“ begann Paul wieder, ohne bei den Eindrücken zu verweilen, welche die letzte Erklärung des alten Kelluer auf die Uebrigen bervorgebracht hatte, gerlauben Sie mir mit kurzen Worten jetzt die Reſultate zuſammenzuſtellen, zu denen wir gekommen ſind. Vor allen Dingen wiſſen wir jetzt, daß die Herren, in der Ueberzeugung, eine nützliche und gute That zu verrichten, jedoch ohne ſie näher zu unterſuchen und nur im Ver⸗ trauen auf die Angabe eines Freundes, ſich bemühten, den Baron Lander von der Frau Baronin eentfernt zu halten.“ 1 „Ja, ja!“ 1191 „Auch das iſt klar, daß mein edler Oheim, nicht in der Abſicht zu ſchaden, ſondern weil er der Stimme ſeines Herzens gehorchte, die Herren in den Handel hineingezogen hatl“⸗
u„Ganz richtig.“ 3
„Ferner iſt es erwieſen, daß die Oberſtin Reuter, in ihren Angaben über das Verhältniß des Barons Lan⸗ der zu ſeiner Frau, ſich entweder an die Wahrheit ge⸗ halten oder auch die Gränzen derſelben überſchritten hat. Da ſie ſelbſt, als bereits todt, die Urſache ihrer Hand⸗ lungsweiſe nicht erklären kann, die Frau Baronin Lander dagegen hier iſt, ſo hängt es von ihr ab, zu entſcheiden, wie und auf welche Art man die Oberſtin beurtheilen ſoll. Allerdings hat die Frau Barxonin bereits alle größern Mißhelligkeiten zwiſchen ſich und ihrem Mann, wie auch alle Kenntniß von einer beabſichtigten Scheidung in Ab⸗ rede geſtellt, aber es wäre ja möglich, daß ſie zu dieſer Abläugnung den ſchönen, wenigſteus nicht tgdelnswerthen


