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Endlich nahte ſich ein heftiges Geklingel ihren Ohren. Beim Getöne deſſelben fuhr ſie zuſammen, und da im gleichen Augenblicke ihre Kammerjungfer eintrat, ſo ſtand ſie auf.
Alle die glänzenden und ſchönen Träume verſchwan⸗ den jetzt, und bald ſaß ſie, ſelbſt ſchöner als der ſchönſte Traum, in einem Morgenkleid von blumigtem Sammt mit halbrothem Grund vor ihrem Tollettenſpiegel. Aber das Toilettengeſchäft war für ſie kein Lieblingsvergnügen. Die Natur hatte zu viel an ſie verſchwendet, als daß ſie nöthig gehabt hätte, die Hülfe der Kunſt in Anſpruch zu nehmen. Was die Natur gemacht hatte, das brauchte ſie ſelbſt nur zu ordnen. Im Uebrigen war es ihr nie eingefallen, ihr Ausſehen zu ſtudiren und ſeine Wirkung in Beziehung auf verſchiedene Moden und Farben zu be⸗ rechnen. Ihre Schönheit lag ſo ſeelenvoll in ihrer un⸗ gekünſtelten Lebendigkeit, in ihrer kindlichen Offenheit, in ihrer friſchen Herzlichkeit, und der Adel der Formen wurde gerne überſehen, wie man die typiſch ſchönen Buchſtaben überſieht, wenn der Sinn, den ſie ausdrücken, recht ſchön iſt.
Bald verließ ſie auch ihren Toilettentiſch.
Bei dem General wurden all die Stunden, wo man ſich im Salon zu verſammeln hatte, war es nun zum Kaffee Morgens oder zum Mittageſſen, durch ein Geläute angekündigt, das Held bei einem beſtimmten Glockenſchlage zu bewerkſtelligen beauftragt war. Ein ſolches Geläute war es, das Jaquettens Aufſtehen beſchleunigt hatte.
Als Jaquette hinauskam, hielt ſie einen erbrochenen Brief in ihrer Hand.


