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Wollte man ihr hauptſächliches Weſen in ein ein⸗ ziges Wort zuſammenfaſſen, ſo könnte man ſagen, ſie war friſch: denn nicht blos ihre ganze Figur, ſondern auch ihre Bewegungen und was ſie ſonſt vornahm, be⸗ ſaß einen Charakter der Geſundheit, der ſie mit einem unbeſchreiblichen, immer einnehmenden Liebreiz umgab, denn man meinte, in ihrer Geſellſchaft ſich beſſer zu be⸗ finden, leichter und friſcher zu athmen, als in der Ge⸗ ſellſchaft Anderer.
Der General war bei ihrer Erziehung beſtändig ge⸗ wiſſen Regeln gefolgt, was gewiß auch nicht ohne Ein⸗ fluß auf ſie blieb.
Sommer und Winter hatte ſie immer mit der Sonne aufſtehen und ſich hinausbegeben müſſen, um auf einer kürzeren oder längeren Promenade die friſche Morgen⸗ luft einzuathmen. Wenn ſie nach Hauſe kam, ſtand ein laues Bad bereit, ſie zu empfangen, dann mußte ſie ſich lagern und einſchlafen.
Der General hatte die Lebensweiſe geleſen, die Ninon de 1'Enclos beobachtete, und die ſie bis in ihr ſpä⸗ teres Alter jung, friſch und liebenswürdig erhielt, und er hatte beſchloſſen, auf dieſelbe Weiſe auf Jaquette eine ſolche Zukunft zu bereiten.
Er hatte übrigens ſtreug alle künſtliche Mittel ver⸗ bannt, die durch verkehrte und unnatürliche Begriffe ſo ſehr in die Mode gekommen ſind, die ſtatt der Geſund⸗ heit Kränklichkeit, ſtatt der Kraft Schwäche, ſtatt der Geſchmeidigkeit Schlaffheit verurſachen und bei fortge⸗ ſetztem Gebrauch die wahre Roſe der Anmuth erblaſſen machen.
Eine friſchere, edlere und ſchönrer pro ortionirte Figur als Jaquette, war daher nicht leicht zu findon. In hren zſere lichen Jungfrauengeſtalt glaubte man etwas Militäriſches zu entdecken, ſowohl Lebhaftigkeit, als Harmonie und Raſchheit. 1
Die Gewohnheiten, mit welchen der General Ja⸗


