Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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auszubilden, während die eigene beſſere Natur das Kind lihe und einfache Unſchuldsvolle in ihr noch bewaht atte.

Jaquette war eine von den zwar nicht ſeltenen, abn lieblichen und einnehmenden Erſcheinungen, in deren Ar

gen das Herz ſich abſpiegelt, ein Herz, immer offen ml n

rein, aber voll von kleinen Eigenheiten und ſchalkhaſte Launen, die zuweilen ſo gut kleiden, manchmal ſo ſeht intereſſiren und erfreuen, ſehr oft entzücken und einnehmen aber es beinahe für jedermann unmöglich machen, das Bild ſo lange feſtzuhalten, als nöthig wäre, um es alz⸗ zeichnen.

Nicht ohne Urtheil und Verſtand, wenn es nötz war, ſchien ſie zuweilen aus lauter Kindereien zuſammer geſetzt. Ohne Jemand gefallen zu wollen, gefiel ſie Alle Eben ſo leicht, wie ſie manchmal eine Sache vergah, konnte ſie ſich ein andermal ſogar für eine Bagatelt intereſſiren. Ihre Gedanken flatterten von Blume zu Blume umher, ohne daß ſie ſich bei irgend einer lauge feſthielten. Sie ſuchte Erfahrung, während ſie ſpielte Die Welt erſchien ihr wie ein Puppentheater, wo Alls ſie beläſtigte, ohne daß ſie irgend etwas näher an iht Herz legte. Sie befand ſich noch in der ſchönſten Stunde des Frühlings. Die Sonne des Lebens beſaß Licht für ihre Seele, aber noch keine Wärme für ihr Herz. Die Welt um ſie her träumte noch blos von Blumen, nicht von einer Frucht. In der klaren Woge des Augenblücs ſpiegelten ſich wandernde Sterne und fliehende Wolten,; aber die glühende Roſe der Liebe beugte ſich noch nicht träumeriſch darüber, ſie ganz in ihren Kelch aufnehmend.

So war ſie in der Zeit, wo ſie aufwuchs.

Der General wachte auch über ſie, mit einer Liebe, die ſich nie verläugnete. Wenn ſeine noch übrige Wirk⸗ ſamkeit, ſein von der Erfahrung geprüfter Verſtand dem

Staat angehörte, ſo gehörte ſein Herz nur Jaquette an.

Ihre Wünſche waren für ihn Gefahr geworden.

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