jege inſen iſche iege t de ein ſoll
45
aber ſie kann nur ein einziges Mal recht wahr und tief lieben. Der General hatte auch nicht mehr als ein ein⸗ ziges Mal wirklich geliebt.
Als er von dieſer für jedes warme Herz und jede reine Seele ſo ſchönen und ſo leidenſchaftlichen Neigung ergriffen wurde, ſtand er bereits in ſeinen Mannesjahren, und dennoch gewann er nicht blos, ſondern verdiente auch vollkommen die ganze Liebe und Zärtlichkeit ſeiner jungen Gattin.
Als Jaquette geboren wurde, verlor er ſeine Frau. Sein Kummer war nicht ſtürmiſch, aber er war ebenſo tief, wie ſeine Liebe es geweſen war.
Als Jaquette aufwuchs, ſchien es ihm, als ob die Vorſehung ihm in ihr ſoviel wie möglich den großen Verluſt erſetzt hätte, den er erlitten, und er trug daher auch auf ſie all die Liebe über, die er ihrer Mutter ge⸗ widmet hatte und wovon ſein Herz ſo übervoll geweſen war.
Jaquette wurde auch eine neue Auflage ihrer Mut⸗ ter. Sie ſpiegelte vollkommen das Bild wieder, das er noch in ſeinem Herzen trug. Es war dieſelbe Unſchuld, dieſelbe reine und natürliche Kindlichkeit, daſſelbe herz⸗ liche und innige Weſen, daſſelbe liebenswürdige und ein⸗ nehmende Aeußere.
Aber es war noch etwas mehr.
Sie beſaß nehmlich dabei etwas, was ſie, wie der General meinte, nur von ihm allein geerbt hatte. Das Uuſchuldsvolle und Kindliche an ihr war fröhlich und frei, das Herzliche und Liebenswürdige war friſch; ſie beſaß etwas Ungekünſteltes, Raſches und Offenes, worin er ſeine eigene Jugend, obſchon in jungfräulichen Formen, mild und ſchön wieder aufblühen zu ſehen glaubte.
Er täuſchte ſich auch nicht in ſeinem Ürtheil; aber dadurch, daß er ſie früh, vielleicht ſogar allzu früh ins Geſellſchaftsleben eingeführt, hatte er ſelbſt ſehr viel
dazu beigetragen, das Offene, Freie und Naive bei ihr


