Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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Zollverderb zuſammenkamen, erſterer immer mit ver⸗ ſchwenderiſcher Freigebigkeit die Muſikanten bezahlte.

So verging die Zeit.

Der Delphin lag noch immer draußen auf der Rhede, ſollte aber jeden Tag anlegen, um auszuladen.

Holtmann hatte ſeine Blicke unaufhörlich und getreu auf dieſe Stunde gerichtet.

Man hatte zwar bereits an Bord viſitirt und durch⸗ aus keine Schmuggelwaaren entdeckt, aber Holtmann war zu ſehr Zöllner, um auch nur einen Augenblick daran zu zweifeln, daß jedes von einem ausländiſchen Hafen kommende Schiff wenigſtens einige verbotene Ar⸗ tikel mit ſich führe. In Folge dieſer Logik mußte auch der Delphin dergleichen haben.

Nach dem, was er aus Raſch herausgelockt hatte, glaubte er jetzt dem Geheimniß mit ziemlicher Sicherheit auf der Spur zu ſein und hoffte es vollſtändig zu ent⸗ decken, wenn er ihm nur noch einmal tüchtig zu Leibe ginge.

2 In dieſer Abſicht lud er Raſch am Abend vor dem Tag, wo das Schiff an die Schiffbrücke geholt werden und ſeine Waaren im Packhaus abladen ſollte, in den Zollverderb ein, und bei dieſer wichtigen Gelegenheit wurden weder herzliche Worte noch berauſchende Flüſſig⸗ keiten geſpart, um ihm die Wahrheit zu entlocken. In dem verworrenen Zuſtand ſeines Gehirus, wo ſeine Ge⸗ danken Netta umſchwärmten, und kirre gemacht von der Freundſchaft, die Holtmann ihm zeigte, ſchwatzte Raſch auch mehr als er ſollte, wenigſtens ſoviel, daß Holtmann mit ſeinem Abend zufrieden war und um keinen Preis in der Welt ihn hätte verſäumen mögen. Am Morgen nach dieſem Abend haben wir die würdigen Zechkumpane dem Leſer wieder vorgeführt, und man darf ſich nicht wundern, wenn Holtmann ſeinerſeits noch etwas ſchläfrig

war und Raſch, wie ü wedan ſch, wie Netta ſich ausdrückte, etwas rauchig

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