Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38

ganz einfach. Sie erinnerte Holtmann, daß er, nachde

er Raſch im Zollverderb verlaſſen, ſie erſucht habe, hült 1

freundlich gegen ihn zu ſein und ihn nicht ganz abt weiſen, weßbals ſie auch ſein Anerbieten, ſie nach Hau zu begleiten, angenommen habe; als jedoch Raſch drunte an der Thüre durchaus verlangt habe, mit heraufkomm zu dürfen, ſei es ihr eingefallen, ſowohl Holtmann dt

Naſch eine Lection zu ertheilen und dem erſteren zu z

gen, welche Folgen ein ſolcher Auftrag, wie er ihn it ertheilt, mit ſich ziehen könne, dem letzteren aber, wo ein allzugroßes Selbſtvertrauen, verbunden mit Zweit an der Treue und Tugend des Weibes, zu führen mer möge.

Nachdem die Sache auf dieſe Art, wenn auch nich befriedigend für die Eitelkeit der Parteien, ſo doch zu Beruhigung beider aufgeklärt war, lud Netta die Ge ſellſchaft zu einem Toddy ein, bei deſſen Genuß jede ſeinen Kummer vergaß.

Von Stunde an waren Holtmann, Held und Naſt ganz gute Freunde, die gerne jeden freien Abend bei ein⸗ ander zubrachten, wobei Netta die Honneurs auf ein

Art machte, die Alle befriedigte, obſchon Raſch manchmal

nicht ganz von ſeiner Ueberzeugung abkommen konute⸗ daß ſie ihn dennoch ihrem Manne vorziehe und ihte Karten recht geſchickt ſpiele. In dieſer Ueberzeugung und weil ſowohl Holtmann als Held ihn dazu aufforder⸗ ten, miethete er die zufällig freigewordenen Zimmer im Flügel gegenüber dem erſten und zog da ein. Holtmann ſeinerſeits hatte den Wunſch nie aufgegeben, durch ſeine Annäherung an Raſch jetzt leichter und ſicherer erfahren zu können, ob der Delphin nicht einige Schmuggelwaa⸗ ren mit nach Hauſe gebracht habe. Deßhalb war er ein vortrefflicher Wirth und ſah mit ſchlau lächelnder Mieue durch die Finger, wenn Raſch ſeiner Frau einige kleine Artigkeiten erwies, zumal da, ſo oft Raſch und er im