Teil eines Werkes 
8. bis 11. Bändchen (1852)
Entstehung
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Netta lachte blos und dieß verdroß Raſch immer noch mehr.

„Wer iſt dieſes ſchlimme Weib da?“ fragte er.

„Meine Frau,“ antwortete Holtmann.

„Ah Deine Frau? Das iſt ein treuloſes Geſchöpf, Kamerad! ein verrätheriſches Weib!“

Netta fuhr fort zu lachen, während ſie unaufhörlich in die Hände klatſchte.

Holtmann ſah bald Raſch, bald Netta an und kratzte ſich zuweilen am Kopf, weil er kaum wußte, was er glauben ſollte.

„Still, Netta!“ befahl er endlich;„einer von uns iſt hier betrogen worden, ich oder der ehrliche Raſch... erkläre dich... was iſt es?“

„Alle beide... merkſt Du es denn nicht?... alle beide. Mein Gott, wie luſtig!“ 4

Und ihre Heiterkeit nahm immer noch mehr zu, als ab.

„Alle beide... zum Henker, und Du wagſt mir das ſo ins Geſicht zu ſagen... ich betrogen... ich... Dein Mann?“

„Ja gewiß... Du glaubſt ja, daß Raſch ein Dieb ſei... und darin biſt Du betrogen.“

„Und ich alſo?“ fiel Raſch ein.

Sie glauben, daß ich Sie liebe, und darin ſind Sie betrogen.“

Naſch und Holtmann ſtierten einander an, als woll⸗ ten ſie ſich fragen, wer am meiſten betrogen ſei.

Der alte Huſar, der mit Netta gekommen, war kein anderer als der Freund und Diener des Generals, der ehrliche Held. Bisher war er ein ſtiller Zuhörer ge⸗ blieben, jetzt aber ſtimmte er in Netta's Heiterkeit ein, und wenn er lachte, ſo klang dieß ordentlich wie ein Rottenfeuer, daher er auch bald mit unwiderſtehlicher Macht Holtmann und Raſch nach ſich zog. Als Netta eudlich die Sache erklärte, erſchien das Abenteuer auch