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um ſo ſicherer, als er von ihr bereits das Verſprechen erhalten habe, ſie heute Abend nach Hauſe führen zu dürfen. Hier jedoch verſchwanden die Runzeln in Holt⸗ manns Geſicht, und ſtatt deſſen breitete ſich ein ſcherz⸗ haftes Lächeln über demſelben aus.
In demſelben Maß, wie die Anzahl der Gläſer zu⸗ nahm und Holtmann bemerkte, daß Raſch Vertrauen zu ihm gefaßt hatte und ſeiner Offenherzigkeit die Zügel frei ſchießen ließ, begann er auch mit ſeinen Fragen in Betreff der Waaren, die das Schiff mit ſich führe, heraus⸗ zurücken, während er Raſch's Wunſch, ſich in alle Ange⸗ legenheiten des Schiffes eingeweiht zu zeigen, immer mehr reizte, um aus ihm herauszulocken, was er zu wiſ⸗ ſen wünſchte. Außer einigen wenigen unvorſichtigen Worten, aus welchen Holtmann verſchiedene Schlüſſe zog, begünſtigte ihn jedoch dießmal das Glück, und Holt⸗ mann und er trennten ſich mit dem Verſprechen, einander bald wieder zu treffen, ohne daß er Dinge verrathen hatte, die er vielleicht ſonſt hätte geſtehen können.
Den übrigen Theil des Tags benutzte Raſch dazu, ſeine alten Bekannten zu beſuchen, d. h. eine Runde in den Wirthshäuſern zu machen, ohne daß er jedoch ſein Rendezvous auf den Abend vergaß. Zur beſtimmten Zeit in der Dämmerung ſtellte er ſich bei der Bude ein, um ſeinem Verſprechen gemäß Netta in den Hafen zu lootſen. Sie empfing ihn beinahe noch vergnügter und freundlicher als das erſtemal, und ſie lachte nicht wenig, als er ihr ſeinen Arm anbot, gerade wie wenn er die Seeſegel beiſetzte.
Ehe ſie den Stand verließen, erklärte Netta, daß er ſie wohl über die Nordbrücke und auf die Königsſtraße, wo ſie wohne, begleiten dürfe, hernach aber ſie verlaſ⸗ ſen müſſe.
„Bah,“ antwortete Raſch,„laſſen Sie uns nicht länger plaudern, ſondern unſern Weg gehen.“ Das Gewiſſen. III. 3


