Aber die Gefahr war bald vorüber und der alte Cavalleriſt gewann zugleich ſeine eigene Ruhe und die Herrſchaft über das Thier wieder.
„Tauſend Granaten!“ brummte Held;„Sie haben mich dazu gebracht, daß ich das Thier unter mir ganz vergaß. Aber was beliebten Sie zu ſagen, mein Fräu⸗ lein?... Es iſt wahr, jetzt erinnere ich mich. Sie fragten mich, ob der General vor zweiundzwanzig Jahren auf Aſen geweſen ſei, und ferner, ob ich den Baron Lander gekannt habe, der auf eine ſo ſeltſame Art ge⸗ tödtet wurde? Das war es ja doch, was Sie meinten, mein Fräulein?“
„Allerdings, Held, ich will hören, was Du von der Sache weißt.“
„Nichts, Fräulein, platterdings nichts. Sehen Sie, mein Fräulein, ein Diener weiß nichts, was ſeinen Herrn betrifft, tauſend Granaten!“
Held hatte wohl noch den einen und den andern Fluch auf den Lippen. Dies kam daher, daß auch der General ſich ſolcher Mittel zu bedienen pflegte, um ſeine Reden zu würzen; eine alte ſchlechte Gewohnheit bei dem Militär damaliger Zeit. Held ſuchte ſeinem Herru ſo viel als möglich nachzuahmen.
„Du wollteſt noch etwas hinzufügen,“ erinnerte Jaquette.
„Tauſend Granaten! nein, mein Fräulein. Alles, was ich ſagen kann, iſt das, daß Baron Lander auf eine ſehr ſonderbare Art ſtarb, und daß der jüngſte der Brü⸗ der Kellner des Mordes angeklagt wurde; das muß der ganzen Welt bekannt ſein, denn er wurde öffentlich für den Mörder angeſehen; mehr weiß ich nicht. Tauſend Granaten!“
Während dieſes Geſprächs waren Springer und der Helſingländer raſch von dannen getrabt, am Obſervato⸗ riumshügel vorbeigekommen und hatten den größten Theil der Nordzollſtraße zurückgeleget.


