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angerichtet haben! Leben Sie wohl,“ rief er dann,„le⸗ ben Sie wohl!“
Als er die Thüre ſchloß, ſank Gabriele mit einem ſchwachen Angſtſchrei zu Boden.
Gourville hatte zu lächeln gedacht, als Frank ſich entfernte, aber das Lächeln erſtarb.
Selbſt überraſcht von ſeinem Erfolg, vermochte er ſich nicht darüber zu freuen. Der Gedanke, den lieblich⸗ ſten Traum zweier Herzen zerſtört zu haben, flößte ihm ein Unbehagen ein, das er nicht einmal bei Handlungen empfunden hatte, welche das Geſetz ſelbſt als Verbrechen ſtempelt.
Gabriele lag wie eine verwelkte und gebrochene Blume zu ſeinen Füßen.
Er erinnerte ſich des kleinen Bondoirs und beſchloß ſie dahin zu bringen.
Der Umzug war bald bewerkſtelligt und er legte ſie auf die Ottomanne nieder, welche die eine Seite des Zimmers ſchmückte.
Alles war ſtill um ihn her. Gabriele glich, als ſie ſo da lag, mehr einer Todten als einer Lebendigen.
Die Lage, worin Gourville ſich befand, erregte bei ihm ungewöhnliche, wunderliche Gefühle. Gabriele war nicht mehr jung, aber noch einnehmend. Die äußere Schönheit vergeht leicht, aber nicht ſo die innere, zumal wenn ſie mit den Formen verſchmolzen iſt, weil ſie ei⸗ nen Nachherbſt beſitzt, der mit ihrem eigenen Hochſom⸗ mer rivaliſirt, zuweilen ſogar ihn übertrifft, obſchon er nicht blos mit Blumen, ſondern auch mit Früchten prangt. Gonrville labte ſich an der ſchmeichelhaften Vorſtellung, daß ſie ihn liebe und in ſeiner Gewalt ſei, und gleich⸗ wohl geſchah es nur mit einer gewiſſen Unentſchloſſenheit, wenn er ihre Hand ergriff, die Locken um ihre Stirne auf die Seite ſtrich, ſein Ohr zu ihren Lippen hinabneigte und lauſchte, ob ihr Athem nicht wiedergekehrt ſei. Tu⸗ gend und Unſchuld beſitzen einen Heiligenſchein, der un⸗


