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lauernden Feind, hielt ſich jedoch immer bereit, ihm ent⸗ gegenzutreten, im Fall er losbrechen ſollte. Es gab ſo⸗ gar Augenblicke, wo er nichts ſehnlicher wünſchte, als daß Kellner ein Wort ſagen möchte, das ihm Veran⸗ laſſung geben könnte, mit ihm anzubinden, denn er war überzeugt, daß er ihm nichts ſchuldig bleiben würde.
Eine Stunde vor ſeinem Beſuch hatte er ſich durch ſeinen Bedienten ordentlich angemeldet.
Aber er hatte nicht darauf gerechnet, Gourville vor ſich zu finden, und dieſes Zuſammentreffen verdroß ihn ebenſoſehr, als es ihn beläſtigte. Er hatte gewünſcht, mit Gabriele einige vertraute Worte ſprechen zu dürfen, und nun fand er ſich daran gehindert. 3
Gourville dagegen wurde durch Franks Anweſenheit gereizt, ſein Uebergewicht zu zeigen, und das Gefühl der Reue, das ihn kaum noch gequält hatte, verſchwand.
Er verglich ſeine eigene und Franks Stellung mit der zweier Wilden, die um ein gefaugenes Opfer ſpielen, bevor ſie das Urtheil deſſelben verkündigen, es freute
ihn und ſchmeichelte ihm, daß er einen Gegner beſaß, der ſich ſeiner Ueberlegenheit ſicher glaubte.
Gabriele war in eine Art von Rauſch verſetzt: ſie betrachtete die Verhältniſſe, worin ſie ſich befand, nicht rein und klar, aber ſie fühlte ſich beklommen und nieder⸗ geſchlagen.
„Ich will Ihnen etwas Neues erzählen, Herr Graf,“ begann Gourville ſo gleichgültig, wie wenn er zu ſcher⸗ zen beabſichtigte.
„Etwas Neues,“ wiederholte Frank mit einem Ernſt, der ihm ſo eigen war.„Ich frage,“ fügte er dann hinzu, wenig nach dem, was heut zu Tage geſchieht.“
„Und doch,“ verſetzte Gourville,„vermuthe ich, daß das, was ich Ihnen zu erzählen habe, Sie ſogar auf's Höchſte intereſſiren wird.“
„So laſſen Sie hören, was Sie zu ſagen haben.“
„Frau Kellner...“


