Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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Ueberraſchung ſah;„aber vielleicht macht mich dieſer Backenbart noch zu einem vierzigjährigen Mann.“

Er drückte auf eine am Ohr befeſtigte Feder und der Backenbart fiel in ſeine Hand.

„Wie alt ſchätzen Sie mich jetzt, Madame?“

Alles, was Gourville geſprochen, hatte keinen ſtär⸗ keren Eindruck auf Gabriele gemacht, als die Verwand⸗ lung, worin er jetzt vor ihr ſtand.

Zwanzig Jahre waren wie auf einmal von ihm verſchwunden.„

Eine kräftige, jugendliche Seele ſtrahlte aus dem dunkelbraunen Auge. Die Stirue glänzte hoch und gleich⸗ ſam verjüngt ihr entgegen, das ſchwarze Haar ringelte ſich in Locken darüber, ſo daß ihre reine ſchneeweiße Farbe um ſo deutlicher hervortrat.

„Glauben Sie nicht, daß ich ein Abenteurer bin?“ fragte er ſie von Neuem.

„Weit entfernt, Chevalier; Ihr Ausſehen beweiſt mir jetzt noch mehr als vorher, daß Sie es nicht ſind.“

Gourville ſpitzte ſeine Ohren. Er höͤrte Tritte in der Hausflur.

„Graf Frank kommt,“ ſagte er,„ich höre.“

Schnell befeſtigte er ſeinen Backenbart wieder und flocht die Perücke in ſein Haar. Gabriele hörte und ſah nichts als Gourville.

„Sie hören ſelbſt ſeine Tritte draußen.“

„Weſſen?“

„Frank’s.“

Franks Name klang beinah widerlich in Gabrielens Ohren.

„Es iſt wahr,“ ſagte ſie,„ich erwartete ihn.“

„Er kommt...“

In dieſem Augenblick öffnete ſich wirklich die Thüre und der Graf trat ein. Auch er hatte Gabriele lange nicht beſucht. Seit ſie ihm mitgetheilt hatte, daß Kellner ihr früheres Verhältniß kannte, fürchtete er ihn wie einen