als erfreut und befriedigt wurde. Er empfand ein Ge⸗ fühl, das einem Gewiſſensbiſſe glich.
Der Sieg koſtete ihn keinen Kampf und ſchenkte ihm deßhalb keinen Trinmph. Er hatte ein wehrloſes Weſen beſiegt und das ſchmerzte ihn.
„Sie dürfen jedoch nicht vollkommen unüberlegt an mich glauben und meine Rathſchläge befolgen,“ ſagte er deßhalb, von dieſem neuen Gefühle geleitet,„denn Sie wiſſen ja doch nicht recht, wer ich bin.“
„Sollte ich Sie nicht kennen? O, Chevalier, ich kenne Sie.“
„Sie dürften ſich täuſchen; bedenken Sie, wenn ich..
Er wußte nicht, ob er ſeinen Satz ausſprechen ſollte.
„Wenn Sie...“
„Wenn ich weiter nichts als ein Abenteurer wäre?“
Es war Gabriele zu Muth, als ob ſie ſelbſt ſich durch dieſe Beſchuldigung beleidigt fühlte.
„Dann würde ich Sie gegen Sie ſelbſt vertheidigen, Chevalier.“
„Aber wenn ich es dennoch wäre, oder vielleicht et⸗ was noch Schlimmeres?“
„Sie ſcherzen grauſam, Chevalier.“
Gabriele gewann ihr eigenes Urtheil wieder, als Gourville ſich ſelbſt anzugreifen begann.
Dagegen fühlte ſich Gourville um ſo mehr aufge⸗ fordert, wenigſtens zu verſtehen zu geben, wer er wäre, ohne jedoch darin allzuweit zu gehen.
„Aber denken Sie ſich gleichwohl die Möglichkeit,“ fügte er alſo hinzu,„daß ich ein von der Geſellſchaft ausgeſtoßener Menſch wäre?“
„Sie?
Gabriele lächelte.
„Daß ich ein vogelfreier Verbrecher wäre.“
„Sieht das Verbrechen ſo aus, Chevalier, dann folge ich gerne dem Verbrecher.⸗


