Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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Jeruſalem des Geſellſchaftslebens, nach Amerika zu flüch⸗ ten. Ich ſehe, wie der Wimpel bereits frei über dem Topp des Schiffes flattert, wie das weiße Segel herab⸗ gelaſſen, wie der Anker gelichtet wird, wie der Vor⸗ derſteven ſich hinauswendet.... hinaus nach dem freien Meer, und wie endlich der Wind unter dem Vi⸗ vatrufen vom Maſtkorb aus von dannen fährt. Ich denke mir bereits, wie das Schiff den Ocean durchfurcht, und wie wir mit ſehnſuchtsvollen Blicken nach einem neuen Lande forſchen; und ich ſehe, wie wir dort landen, ſehe, wie wir fröhlich die Kniee beugen auf der neuen Erde, wo unſer Glück nicht verdüſtert oder verdunkelt wird von den Gewitterwolken, die uns hier beſtändig bedrohen. Ich ſehe, wie wir an den Ufern des Miſſiſſipi, in des Ohio Thälern oder an Miſſouris Quellen eine neue Colonie gründen, deren Einrichtungen auf einfachen, der Menſchenwürde entſprechenden, natürlichen und billi⸗ gen Geſetzen beruhen. Hinter mir ſehe ich Europa wie einen entſetzlichen, einen böſen und meine Seele zerflei⸗ ſchenden Traum liegen; vor mir dagegen glänzt die neue Welt mit lockenden Träumen von Frieden und Glückſe⸗ ligkeit, von Freuden und gegenſeitiger Liebe. Wollen Sie mir folgen, Madame?“

Gourville drückte ſich mit Leidenſchaft aus. Da er ſelbſt von ſeinem Gedanken belebt war, ſo erhielten ſie eine Wärme, ſogar eine gewiſſe hinreißende Schönheit in der Form, auf die er zwar nicht gerechnet hatte, die aber auf Gabriele einen um ſo größern Eindruck machte, als ihr feinfühlendes Gemüth eine natürliche Empfäng⸗ lichkeit dafür beſaß.

„Ich folge Ihnen,“ flüſterte ſie, ſeine Frage beant⸗ wortend,„ich folge Ihnen.“

Aber es lag etwas ſo Unbewußtes, ſo eine blinde Zuverſichtlichkeit, ſo eine ſchutzloſe Willfährigkeit in ihrer Antwort, daß Gourville dadurch mehr niedergeſchlagen