Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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keine heitere und Geſundheit gebende Anſicht von der Welt beibringen. Ich ſage Ihnen auch ganz einfach, Sie lieben ihn nicht. Die Liebe zwiſchen Ihnen beiden hat ausgebranut und was davon noch übrig blieb, iſt blos der Dunſt oder, weun Sie lieber wollen, der Rauch von dem, was geweſen iſt.

Gabriele glaubte, daß er Recht habe, und empfand gleichwohl einen neuen Schmerz, wie wenn er von ihren Augen einen Schleier weggeriſſen hätte, der mit ihrer Seele feſt verwachſen war.

„Das Verhältniß zwiſchen Ihnen und Frank hat nur ſein Alter für ſich... und möglicherweiſe...“

„Möglicherweiſe... was meinen Sie?“

Gabrielens Bemerkung kam über ihre Lippen, ohne daß ſie es ſelbſt wußte.

„Einen Fehltritt.“

Ah!“

1„ ¹

„Erlauben Sie mir, Ihnen ganz rückhaltslos meine Meinung zu ſagen?“

„Sprechen Sie...

„Sie müſſen mit Ihren gegenwärtigen Verhältniſſen brechen.“

„Brechen?“

„Brechen mit Kellner und mit Frank.“

„Ich verſtehe Sie nicht.“

„Sie müſſen ſich von ihnen trennen: von dem erſtern durch das Geſetz, von dem letztern in Ihrem Herzen.“

Sie ſtarrte ihn verwundert an. 3

„Sie ſind reich,“ fuhr Gourville fort;„Ihre Eltern leben zwar noch, aber der Reichthum derſelben gehört dennoch Ihnen.“

„Weiter...“

Der Gedanke, ſich durch eine geſetzliche Scheidung von Kelluer frei zu machen, war für Gabriele gänzlich nen, aber ſie hielt ſich daran feſt, als an eine verlockende, entzückende, bezaubernde Ausſicht. 4

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