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Bei Gourville's Anblick hörte ſie jedoch plötzlich auf. Man hätte glauben ſollen, alle Melodien ſeien auf ein⸗ mal in ihrer Seele erſtorben, ſo haſtig unterbrach ſie ſich, während Leichenbläſſe ſich über ihr Geſicht verbreitete.
„Sie erſchrecken, Madame,“ ſagte Gourville, indem er ſie begrüßte.„Ich muß Ihnen ein großes Entſetzen eingeflößt haben oder auch... Sie erwarteten vielleicht einen Audern?“
Gabriele ſtand von ihrem Piano auf. Wollte man aus ihrem Aeußern ſchließen, ſo ſchien ſie eher vor einem ſtrengen Richter als vor einem Gaſte zu ſtehen.
„Sie erwarteten den Grafen Frank, Madame,“ fuhr Gourville fort,„nicht wahr?“ 1
Gabriele fühlte, daß dieſer Mann einen ſchrecklichen Einfluß auf ſie ausübte, und doch wurde ſie unwider⸗ ſtehlich zu ihm hingezogen. Sie dachte unwillkürlich an die Klapperſchlange, von der man ſagt, ſie vermöge die Vögel, die ſich ihr nähern, mit ihrem Blick dermaßen zu bezaubern, daß ſie ſich nicht mehr von der Stelle bewe⸗ gen können.
Gourville's Augen, ſeine Haltung, ſeine Sprache, ſeine ganze Perſönlichkeit magnetiſirte ſie gleichſam und verwandelte ſie in ein willenloſes Weſen, das inſtinkt⸗ mäßig nur ihm gehorchte.
„Sie erwarteten den Grafen Frank,“ fuhr Gonr⸗ ville fort,„läugnen Sie es nicht, und es überraſchte Sie, als Sie mich an ſeiner Stelle eintreten ſahen.“
Frank wohnte in den Zimmern über Gourville, und als der letztere ſeine Toilette für den beabſichtigten Be⸗ ſuch bei Gabriele machte, hatte er Franks Tritte über ſich gehört, wobei er deutlich bemerkte, daß auch er ſeine Toilette machen müßte, weil er hauptſächlich auf dem Platz umhertrippelte, wo der Spiegel ſtand.
Daraus ſchloß er, daß Frank ausgehen wolle, und es fiel ihm ſogleich ein, daß er zu Gabriele zu gehen
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