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ſein, denn ich pflege diejenigen nicht zu verlaſſen, die ich einmal geliebt habe. Sei in dieſer Beziehung ganz ge⸗ troſt, Du haſt es mit einem anſtändigen Manne zu thun.“
Kellner ſtreckte ſeinen Arm gegen ſie aus, um ihren Leib zu umſchlingen, aber mit einem Angſtſchrei, der ein ſolches Entſetzen ausdrückte, daß Kellner ſelbſt einen Au⸗ genblick erſchrocken zurückbebte, riß ſie ſich von ihm los, eilte ins nächſte Zimmer und verriegelte die Thüre hin⸗ ter ſich.
Der Leſer erſieht hieraus, warum das Mädchen an jenem Abend bei Frau Buchholz geflohen war.
„Sie iſt ſolider, als ich gedacht hätte,“ murmelte er für ſich.„Zum Henker, hübſch iſt ſie doch... und ein Vergnügen kann nicht zu theuer bezahlt werden... wir wollen ſchon ſehen.“
Bei einiger Kenntniß von Mathildens Charakter konnte man Urſache haben zu glauben, daß ſie ſich von dem Augenblick an noch mehr als bisher vor Kellner zurückgezogen haben würde, aber ſie verſchwieg nicht blos gegen Gabriele die ganze Scene, ſondern ſie ſchien ſich auch noch mehr als bisher zu bemühen, Kellner ihren inneren Werth, das Unſchuldsvolle und Milde in ihrem kindlichen Herzen, das Reine und beinahe Holdſelige in ihrem Charakter zu zeigen.
„Sie kokettirt mit mir,“ dachte Kellner, als er ihre Bemühungen bemerkte,„ſchon gut... ich habe ſie...“
Dagegen wich ſie allen Gelegenheiten aus, wo er ſie allein treffen konnte.
„Ein liſtiges Dirnchen,“ bemerkte Kellner;„wenn Madame Buchholz mich fangen will, ſo hätte ſie keine beſſere Bötin wählen können.“
Kellner pflegte täglich nach Tiſch ein Schläfchen zu machen. Die Thüren der übrigen Zimmer ſtanden aber gewöhnlich offen und konnten um ſo mehr ſo gelaſſen werden, als im Allgemeinen eine tiefe Stille in ſeinem Hauſe herrſchte.


