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Mathilde widmete ſich auch ihrer Wohlthäterin mit rüh⸗ render Hingebung.
Aber wenn Mathilde auch manchmal in Stunden, wo ſie mit Gabriele allein war, Spuren eines fröhlichen und lebhaften Gemüthes zeigte, ſo verſchwand dieß im⸗ mer, wenn Kellner eintrat. Sein Anblick ſchien beſtändig einen großen Kummer in ihr zu erwecken.
Dieſes Verhältniß entging Gabriele nicht, aber ſie erklärte es als Verlegenheit und Schüchternheit.
Eines Tages war Gabriele ausgegangen, um einige Einkäufe für ihren Liebling zu beſorgen, als Kellner eintrat. Mathilde fuhr erſchrocken von ihrem Nähtiſch auf, als ſie ſich mit ihm allein ſah.
Kellner ergriff lächelnd ihre Hand.
„Du haſt bange vor mir,“ fragte er,„ich begreife wohl warum; aber fürchte nichts, auch ich kann ein Ge⸗ heimniß bewahren.“ 3
Mathilde zog ſich ſo weit als möglich von Kellner zurück, aber er ließ ihre Hand nicht los und ſie kam nicht weit.
„Du begreifſt wohl,“ fuhr er fort,„daß ich Dich erkannte, und ich habe Dir auch angeſehen, daß Du Dich meiner erinnert haſt; aber warum ſprangſt Du von mir weg, Du kleine Närrin? Du kannſt Dir doch denken, daß ich nichts Böſes mit Dir vorhatte. Siehſt Du, mein Kind, der Zufall führte mich eines Abends... es war an demſelben Abend, wo man bei mir einbrach... zu Madame Buchholz, und dort ſah ich Dich im Vorbei⸗ gehen am Schenktiſch halb ſchlummernd im Lichtſchein * Du warſt wirklich ganz zierlich und allerliebſt.“
Es lag etwas Verführeriſches und Bezauberndes in der Art, wie Kellner ſich ausdrückte..
„Um Gotteswillen, ſchweigen Sie, Herr Kellner... ich bitte Sie auf meinen Knieen, verlaſſen Sie mich.“
„Du biſt kindiſch, meine Freundin, ſehr kindiſch, aber es läßt Dir ganz gut. Du kannſt wohl nichts da⸗


