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„Ach Kellner,“ ſagte ſie, als der Pfarrer geendet hatte, wollteſt Du mir nicht erlauben, das arme Mäd⸗ chen nach Hauſe zu nehmen und für ſie zu ſorgen?“
Kellner hatte viele Fehler, aber in ſeinem Herzen fand ſich nichts deſtoweniger auch viel Gutes vor.
„Von Herzen gerne, meine Liebe; Du biſt mir zu⸗ vorgekommen; ich gedachte wirklich Dir ſelbſt dieſen Vorſchlag zu machen.“
Wir laſſen es dahin geſtellt ſein, in wie weit die Gitelkeit Antheil an Kellners Erklärung hatte, und wir glauben gern, daß er jetzt nur durch den Wunſch geleitet
wurde, eine gute That zu verrichten. Es war auch das erſtemal, daß Gabriele ihn um etwas gebeten hatte, viel⸗ leicht trug dieß ebenfalls zum Erfolg bei.
Gabriele dankte ihm herzlich für ſeine Bereitwillig⸗ keit und der Pfarrer füllte ſein Glas und brachte einen Toaſt zu ſeiner Ehre aus.
Nach Tiſch, ſo lange die Geſellſchaft noch zugegen war, wurde Mathilde in einer von Kellners Equipagen abgeholt. 3
Der Pfarrer und Gabriele hatten ſie bereits mit neuen und hübſchen Kleidern verſehen, damit ſie ſich ſo vortheilhaft als möglich zeigen konnte.
Die Gäſte waren aus Intereſſe für die Erwartete im Salon verſammelt, als Mathilde eintrat.
In ihrer neuen Kleidung war ſie hübſcher als ge⸗ wöhnlich; ja ſogar die ſonſt ſo blaſſen Wangen wurden von einer leichten und lieblichen Röthe belebt, wie wenn ein Sonnenſtrahl durch ein roſenfarbiges Glas auf ſie gefallen wäre.
Ihre Art ſich zu bewegen und all das Wohlwollen zu empfangen, das jetzt an ſie verſchwendet wurde, hatte auch eine Anmuth, die ſie noch einnehmender machte.
Alle gratulirten deßhalb beinah mehr Frau Kellner zu der Eroberung, die ſie gemacht, als Mathilden, die ſich mit ſo viel natürlichem Takt bewegte, daß man es


