Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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Eine Thräne glänzte in den Augen des Mädchens. Sie beugte ſich gegen Gabrielens Hand hinab und drückte ihre Lippen auf dieſelbe.

„Wie glücklich machen Sie mich, Madam!“ flüſterte ſe„Nie hat jemand ſo zu mir geſprochen, wie Sie thun.“

„Man nennt Dich Waldhahnenfuß,“ bemerkte Ga⸗ briele, die ihren Blick nicht von ihr abwenden konute, „und ich begreife den Grund wohl, weil etwas von der erſten, zarten, ſchneeweißen Blume des Frühlings in Dei⸗ nem ganzen Weſen liegt; aber Du haſt wohl auch einen andern Namen?“

„Daheim bei meiner Mutter nannte man mich Ma⸗ thilde. Ach, wenn ich es wagen dürfte, Sie um etwas zu bitten.“

„Thue es.“

Waldhahneufuß erröthete leicht und ſenkte den Blick wieder zur Erde.

„Ich liebe,“ ſagte ſie,„dieſen Namen, den meiner Mutter Lippen heilig gemacht haben, ſo ſehr, und wenn Sie mich lieb haben, gnädige Frau, ſo neunen Sie mich künftig auch Mathilde.“

Gabriele ſchloß das Mädchen an ihre Bruſt.

„Aber ich habe noch einen Wunſch,“ fuhr das Mäd⸗ chen fort;„ich weiß nicht, wer Sie ſind, gnädige Frau.. ich wünſche.. aber Sie werden wohl böſe auf mich, weil ich ſo viel ſpreche?“

„Du wünſcheſt, ſagteſt Du...“

„Ich wünſche Ihren Namen zu wiſſen, damit ich...“

Waldhahnenfuß oder Mathilde, wie wir ſie jetzt lie⸗ ber nennen wollen, war ſichtlich verlegen, was ſie ſagen ollte. „Damit Du,“ wiederholte Gabriele...“

„Damit ich Sie in meine Gebete einſchließen könnte.“ „Liebes Mädchen,“ ſagte Gabriele,„je mehr ich

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