Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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„Und Du haſt ihn nicht wieder aufgeſucht?“

„In dieſem Augenblick, gnädige Frau, fühlte ich, daß ich allein war. Später habe ich meinen Vater nur noch einigemal geſehen.“

„Du haſt ihn nicht mehr aufgeſucht?“

„Wie konnte ich es wagen, ich, ein armes, ausge⸗ hungertes, zerlumptes und ſchmutziges Mädchen? Er würde mich hinausgejagt oder verachtet haben... mein Gott, ich konnte nicht.“

„Fahre fort... fahre fort.“

„Mein Elend wurde immer größer; ich irrte hei⸗

mathlos auf den Straßen umher und lag bei Nacht in den Hausgängen oder auf den Treppen, wie es ſich fügen mochte. Eines Nachts warf man mich aus einer Thüre, die geſchloſſen werden ſollte... es war kalt... hui, ich friere noch, wenn ich daran denke.“

„Unglückliche!“

„Ich wußte nicht, wohin ich fliehen ſollte, als ich von einem Mädchen angeredet wurde.“

„„Du biſt ja beinahe nackt,““ ſagte ſie,„„wer biſt Du?2““

„Ich friere,“ antwortete ich.

„„Wohin willſt Du?““

„Ich bin hungrig,“ antwortete ich.

„Das Mädchen ſchaute mir ins Geſicht und bat mich, mit ihr zu kommen; ſie wolle mir Kleider und Nahrung geben.“

„ Wer war dieſe brave Perſon?“

„Eines von den Mädchen der Frau Buchholz. Sie heißt Anna. Man nennt ſie die Königin der wilden Jagd... ein gutes Mädchen, aber es iſt Schade um ſie... ſie iſt ebenfalls unglücklich.“

Der Leſer weiß das Uebrige und wir laſſen alſo die weitere Erzählung bei Seite. Gabrielens Theixlnahme war warm und herzlich; lebhaft erwachte in ihr der Wunſch, das Mädchen mit ſich nach Hauſe zu nehmen