Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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wieder zu ſenken. Um den ſammtweichen Hals ſah er die eine und andere ſchwarze Locke ſpielen. Der Contraſt zwiſchen dem glänzenden, hellrothſchimmernden Alabaſter des Buſens und dem ſchwarzen Glanz der Locken hob die Schönheit beider. Die Hand war wieder von der Gardine verſchwunden, aber er hatte ſie geſehen und

Paul war, was er vorher nie gedacht hätte, ein großer

Bewunderer ſchöner Hände geworden. Dieſe waren auch

ausgezeichnet ſchön, weich, weiß und fein, beinahe durch⸗

ſichtig, mit kleinen Grübchen in den Gelenken, weniger

geſchaffen, um etwas Nützliches zu thun, als um zu koſen

und ſich koſen zu laſſen. Noch war es ihr nicht gelungen,

die Gardine in die Höhe zu bringen, und noch verbarg

dieſe Paul ihr Geſicht, aber in ſeinen Gedanken entwarf

er ſich bereits ein Bild davon. Um die ſchwarze Farbe

des Haares zu mildern, wünſchte er, daß ſie blond, dun⸗

kelblaue Augen haben möchte, aber voll von einem klaren

Waſſer, von dem unendlichen Glauz des Edelſteines, von

Himmeln, die in ſein Herz hinabſanken. Um den ver⸗

borgenen Reizen, die ihm vorſchwebten, während ſein

Blick auf den Formen ihrer Bruſt ruhte, Bedeutung und

Leben zu geben, wünſchte er, daß ihr Mund, das Brant⸗

bett der Küſſe, friſch und glühend ſein möchte. Die Ge⸗

fühle, die in einem ſolchen Buſen wohnen mußten, hatten

ganz gewiß... er glaubte es nicht anders möglich...

die ſchönſten Lippen zu Dolmetſchern.

Man darf ſich nicht wundern, wenn Paul ein wenig träumte, da er noch in den Jahren ſtand, wo nicht blos der reflektirende Verſtand ſich geltend macht, ſondern Träume und Phantaſieen ſich in alles miſchen wollen.

Dießmal ſollte ihn jedoch ſeine Phantaſie nicht täuſchen.

ſaen⸗ einmal wurde der Vorhang endlich hinaufgerollt, die unbekannte Dame ſtand in ihrer ganzen Geſtalt vor ihm, und er fühlte ſich überraſcht, weil ihr Ausſehen ganz ſo war, wie er es ſich gedacht hatte; aber aus den Au⸗

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