Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

2⁵

ſich dbin.„Ich will doch einige Kleinigkeiten bei ihr kaufen... es muß ein Vergnügen ſein, mit ihr zu pläu⸗ dern; ich kenne ſie ja ſchon.“

Indem er auf ſolche Art mit ſeinen Gedanken unter holden und angenehmen Phantaſieen umherſchwärmte, blieb ſeine Aufmerkſamkeit an dem Fenſter gegenüber haften, das die gleiche Höhe mit demjenigen hatte, wo er ſtand. S

Der Rollvorhang war herabgelaſſen und hinderte ihn, ins Zimmer zu ſehen, aber er bemerkte, daß das Zeug ſich bewegte, und er vermuthete, daß man ihn auf⸗ zuziehen gedenke. Er täuſchte ſich auch nicht, denn jetzt begann der Vorhang ſich immer mehr zu heben, obſchon es ungewöhnlich langſam von Statten ging.

Er ſah gleichwohl bereits ſo viel, daß es eine Dame war, die ſich damit beſchäftigte, und aus dem geſchmei⸗ digen, bildſchönen Wuchs zu ſchließen, der ſich bereits zum größern Theil zeigte, hoffte er ein entzückendes Weſen zu ſehen. Es war ihm daher unmöglich, ſeine Angen von der Gardine abzuwenden. Mit Ungeduld folgte er allen Bewegungen derſelben und wunderte ſich nur, daß ſie ſo langſam hinaufgerollt wurde. Aber er begriff bald, daß die Schnur auf irgend eine Art ſich verfangen hatte, weil er eine Hand erſcheinen ſah, welche ſie los machen zu wollen ſchien. In der Hoffnung, noch mehr zu ſehen, betrachtete er inzwiſchen das, was ſich bereits zeigte: ihre Taille, Bruſt und Hals und das ſchneeweiße Händchen. Ein Kleid von weißem und blaugeſtreiftem Seidenzeug fiel in reichen Falten über die Taille hinab. Der Leib, der mit einer Schnibbe nach unten und einer nach oben ſich erweiternden Falte verſehen war, und Taille und Bruſt umſchloß, war oben mit einer weißen brodiolen Tüllgarnirung eingefaßt. Der Buſen ging ruhig und gleichmäßig unter der Arbeit, womit ſie ſich beſchäftigte. Paul verweilte hier mit ſeinem Blick und bewunderte dieſe Siſyphusklippe Gott Amors, die ſich nur hob, um ſich