Zimmer auf und ab fortſetzte. Zuweilen blitzten ſeine Augen dabei, wie wenn er auf einen neuen Gedanken gerathen wäre; manchmal dagegen nahm ſeine Stirne einen Ernſt an, wie wenn ihm etwas vorſchwebte, das er nicht zu löſen vermöchte.“
Das Schweigen währte indeſſen ununterbrochen fort.
Paul war theils vor ſo kurzer Zeit erſt im Hotel angelangt, theils auch von ſeinen eigenen Gedanken ſo beſchäftigt geweſen, daß er noch nicht ein einziges Mal einen Blick durchs Fenſter geworfen hatte.
Ernſte Pläne in ſeinem Haupte wälzend, blieb er vor demſelben ſtehen, und ſein Blick irrte auf der Straße umher.
In dem Putzmagazin gegenüber ſtand in dieſem Augenblick Fanny, oder vielmehr, ſie hatte von dem Au⸗ genblick an, wo ſie die Rollvorhänge aufgezogen ſah, die Ladenthüre nicht verlaſſen, ſondern neugierig zum Fenſter emporgeblickt, in der Hoffnung, etwas Wunderbares zu ſehen, was ſie ſo lange erwartet hatte.
Paul und Fannys Blicke begegneten ſich auch zu gleicher Zeit und ſie erkannten ſich ſogleich.
Fanny hatte ja Paul Gelegenheit verſchafft, eine gute Handlung zu verrichten, d. h. ſie aus einer augen⸗ ſcheinlichen Gefahr im Hafen zu retten, als ſie nahe da⸗ ran waren, vom Schiff Delphin überfahren zu werden,
und Paul hatte ja Fanny das Leben wiedergeſchenkt. Ein Ausruf der Freude erſcholl auch von Fannys Lippen, und Pautl lächelte vergnügt, als er das hübſche Mädchen wiederſah.
Bei einem lebensfriſchen Manne ſind die Gedanken lebhaft und ſchnell vorübergehend. Der Augenblick ſchließt für ihn eine ganze Welt in ſeinem Schooß, wo Ernſt und Scherz, Schatten und Licht neben einander gedeihen und beſtändig wechſeln.
Die geringſte Veranlaſſung reißt ſehr oft ſein Ge⸗ müth auf die eine oder andere Seite, und wenn in einem Angenblick eine tiefſinnigere Betrachtung ſeine ganze


