Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

Ermittelung all' dieſer Gegenſtände anvertraute. Mögeſt Du nur mit Deinem offenen und vertrauensvollen Cha⸗ rakter nicht ſelbſt untergehen in dem Labyrinth, in das Du eindringen willſt!“

Ich fürchte nichts. Den Ariadnefaden beſitze ich

bereits und der Minotaurus wird von meiner Hand fale

len... was liegt daran, wenn ich auch ſelbſt im Kampf untergehen ſollte? Ich hoffe dennoch das Beſte... wir werden ſehen.“

„Gehe nichts deſtoweniger vorſichtig zu Werke, das iſt immer das Rathſamſte. Du findeſt, daß die Perſonen, die Dein Vater genannt hat, ſich durch einen langjährigen achtungswerthen Lebenswandel allgemeines Vertrauen er⸗ worben haben und alſo nicht ſo leicht angegriffen werden können. Wenn man annimmt, daß ſie Verbrecher ſind, was der Himmel verhüten möge, ſo werden ſie ſich zu ver⸗ theidigen wiſſen; nimmt man dagegen an, daß ſie es nicht ſind, ſo ſtellſt Du Dich ſelbſt blos, inſofern Du zu weit gehſt. Uebereile Dich deßhalb nicht. Man thut weit beſſer, einen Pfeil in ſeinem Köcher zu ſparen, als ihn unnöthig in die Luft zu verſchießen.“

„Verlaß Dich auf mich.“

Roman hatte im Verlauf des Geſpräches ſeinen Blick auf die Wand gexichtet, von der Paul vorher geſprochen.

„Ich empfinde ein unwiderſtehliches Verlangen,“ ſagte er,„die Arbeit ſogleich zu beginnen“

Roman ſah noch einmal Paul an.

„Und Du ſagſt,“ fuhr er fort,„daß Du auch für Dich ſelbſt ein perſönliches Intereſſe habeſt, das Geheim⸗ niß zu entſchleiern?“

„Ja, Roman, ich habe das.“

„Nun wohl denn ans Werk!“

Und Roman begann die Mauer zu unterſuchen, während Paul in Gedanken über die Art und Weiſe, wie er vor den Perſonen aufzutreten hätte, die zu be⸗ ſuchen er jetzt im Begriff ſtand, ſeinen Spaziergang im