Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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aber entſetzlichen Drama genannt hat, das nach Verlauf von mehr als 20 Jahren die bitterſten Gewiſſensbiſſe in ihm hervorrief, ſeine Geſundheit untergrub, ihm den Ver⸗ ſtand raubte und ihn aufs Todtenbett warf. Ach, Roman, Du hätteſt dabei ſein und ſeine Seelenleiden ſehen ſollen, und wenn Du je an der ſtrafenden Macht einer höheren Vorſehung gezweifelt hätteſt, ſo würdeſt Du da auf Deine Kniee niedergefallen ſein und dieſelbe in Deinem Herzen wieder anerkannt haben. Schrecklichere Martern und Qualen als die, welche ich an ſeinem Krankenbette ſab, laſſen ſich nicht denken. Die Seelenleiden verzehrten ihn gänzlich, und er war zuletzt nur noch eine trockene, bleiche Mumie, die den Fluch über ihr eigenes Haupt herab beſchwor. Kein Schlaf kam in ſeine Augen, keine Rube in ſeine Seele, kein Troſt in ſein Gemüth, keine Hoff⸗ nung in ſein Herz... und warum... 2 Er vermochte es ſich ſelbſt nicht klar zu machen, und dennoch ſchwebte ſeiner Einbildung ein gräßlicher Dämon vor, eine Er⸗ innerung, eine Vorſtellung, die ihm ſagte, daß er ein von Gott verworfener Verbrecher ſei. Daß er gleichwohl ein rechtſchaffener und guter Mann war, der die allge⸗ meine Theilnahme und Achtung verdiente, das weiß ich und das wußten wir alle; aber was half es, wenn er es in ſeinen eigenen Augen nicht war? Noch einmal, Du hätteſt ſeine letzten Stunden ſehen ſollen... dann würdeſt Du mich nicht fragen, wohin ich gehen wolle.

Sei überzeugt, Paul, antwortete ihm Roman,daß ich die Gefühle, die Dich leiten, ſehr gut verſtebe und vollkommen billige; ich ſah auch voraus, daß Du bei Deinem lebhaften und warmen Gemüth mit Deinem

Beſuch bei den Perſonen, die Du mir genannt haſt, nicht

lange zögern würdeſt, aber ich wollte Dich blos warnen und bitten, vorſichtig zu ſein, weil die geringſte Ueber⸗ eilung Deine Sache verderben könnte, weil dieſe Per⸗ ſonen, zu denen Du gehen willſt, Dir gewachſen ſind,

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