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Sie konnte nichts dafür, daß ein klein bischen Phi⸗ loſophie irre gelaufen war, und ſeinen Wohnſitz in ihrem ſchalkhaften Lockenköpfchen aufgeſchlagen hatte.
Die Neugierde, die man dem Frauenzimmer vor⸗ wirft, war ihr Entzücken, und ſie vertheidigte auch die Neugierde auf dieſelbe Weiſe, wie ſie das Schälchen vertheidigte.
Die Herren nennen ihre Neugierde Wißbegierde, und wir nennen unſere Wißbegierde Neugierde. Das iſt der ganze Unterſchied zwiſchen uns.
Die Herren ſtoßen die Thüre auf und treten in die Welt hinaus, um ſie von allen Seiten zu betrachten. Wir ſtehlen uns hinzu, um ſie durch das Schlüſſelloch zu betrachten
Wenn ich nicht neugierig wäre, ſo glaube ich be⸗ ſtimmt, daß es recht langweilig wäre, zu leben.
Dadurch, daß ich neugierig bin, meine ich mit allen Menſchen etwas zu thun zu haben, ohne daß irgend jemand das Mindeſte mit mir zu thun hat.
Alles zu ſehen, ohne ſelbſt bemerkt zu werden, ein klein wenig von Andern zu wiſſen, ohne daß die Andern etwas von mir wiſſen, ach, wie angenehm iſt das!
Die Geſchichte von dem Hausverkauf hatte auch ihre volle Neugierde geweckt.
Fanny's zierliche Erſcheinung zog viele Kunden in ihren Laden; ſie wußte alles, was man von der Sache ſchwatzte.
Als ſie ihre nächſten Nachbarinnen Liſette und Clara davon plaudern hörte, konnte ſie ſich nicht enthalten, auch ein Wörtchen drein zu reden.
Jetzt weiß ich's,“ fiel ſie ein,„wer es iſt, der das Haus gekauft hat.“
„S8Du weißt es... laß hören... laß hören...“
„Rathet einmal.“
„Es ſoll ein Bettler ſein?“


