Teil eines Werkes 
5. bis 7. Bändchen (1852)
Entstehung
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wenn man einen Engel auf einem Altargemälde mit einem gewöhnlichen Frauenzimmerhut malte, ſo würde man vor lauter Lachen die Andacht in der Kirche verlieren. Mich ſoll man nie auslachen.

Bekäme mich jemand mit dem Hut zu ſehen, der mich früher mit dem Schälchen geſehen hat, ſo könnte man mit Recht dies und jenes von mir denken. Es iſt zweideutig... und ſo und ſo.

Für's Erſte würde man glauben, ich ſei eitel und bilde mir ein, vornehmer zu ſein, als ich bin, und doch bin ich mir ſchon gut genug, wenn ich nur ein fleißiges und beſcheidenes Mädchen bleiben kann.

Für's Zweite würde man glauben, der Hut habe mich mehr gekoſtet, als er werth iſt, und ich erröthe, wenn ich nur daran denke.

Das Schälchen dagegen iſt eine hübſche Draperie, und läßt mir ganz gut, weil ich es nach meinem Belieben und Geſchmack façoniren kann; ſollte es mir einmal ein⸗ fallen, kokettiren zu wollen, ſo läßt ſich dies mit dem Schälchen weit leichter thun, weil man es in kleine Falten legen und ganz nach Wunſch ordnen kann.

Und wenn ich mir jemals die Liebe eines artigen Jungen erwerben kann, ſo wird er mir ſicherlich deßhalb nicht untreu werden, weil ich an meinem kleinen Schälchen feſthänge, das mich unaufhörlich an meine Kindheit er⸗ innert, welche... kurz und gut, Ehre dem Schälchen!

Ein Mädchen ſoll erſt den Hut erhalten, wenn es ſich verheirathet. Der Hut ſoll das Hochzeitsgeſchenk des Mannes ſein. 1

So raiſonnirte die ſchöne Fanny, und war nicht wenig entzückt über ihr eigenes Raiſonnement. Es ſchmei⸗ chelte ihr, das Schälchen vertheidigen zu können, ſelbſt wenn es bewieſe, daß auch ſie eitel wäre, obſchon ſie das nicht ſein wollte.

In allen Fällen war Fanny ein ganz eigenthümliches und ſehr hübſches Mädchen.