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Unbekannten heraus zu locken; nachdem ihnen dies ge⸗ lungen, führten ſie dann auf die oben erwähnte Art ihren Vorſatz aus, ſie anzugreifen und zu beſtehlen.
Der Pfarrer folgte den Fliehenden bis an die Thüre, aber juſt als er dieſe wieder verſchließen wollte, hörte man einen durchdringenden wilden Angſtſchrei vom obern Zimmer. Es war derſelbe Schrei, der auch Ma⸗ dame Buchholz im Schenkzimmer auſſchreckte.
Daß der Stich, den Frank erhalten hatte, nicht tödtlich, ja kaum einigermaßen gefährlich war, ſchloß der Pfarrer nicht blos aus den Aeußerungen, ſondern auch aus den Bewegungen deſſelben. Aber der Angſtſchrei, den er jetzt hörte, war ſo gellend, daß er nicht daran zweifelte, man gehe damit um, einen wirklichen Mord zu begehen, weshalb er ohne weitere Umſtände ſogleich die Treppe hinauf eilte, um zu retten, was gerettet werden konnte.
Im Schenkzimmer ſtanden ſämmtliche gewöhnliche Gäſte des Café um den Waldhahnenfuß verſammelt.
An allen Gliedern zitternd wie Espenlaub, war ſie außer Stand, ein einziges Wort hervorzubringen.
5 Madame Buchholz ahnte, daß ſie von oben entflo⸗ en ſei.
„Sprich, Du garſtiges Mädchen, was iſt geſchehen? Warum ſchreiſt Du, wie wenn der Teufel Dich am Kragen hätte?“
Der Angſtſchrei des Waldhahnenfußes fiel ungefähr auf denſelben Augenblick, wie der Angriff, den der Stier und der Fuchs in der unteren Hausflur auf Frank machten, ein Angriff, wovon Madame Buchholz noch nichts wußte, der aber gleichwohl ſeinerſeits das Unweſen vermehrte, das man dem Waldhahnenfuß allein zuſchrieb.
„Ich habe Dich um meiner Sünden willen aus dem Elend gerettet,“ fuhr Madame Buchholz fort;„erkläre Dich, ſonſt laſſe ich Dich zu Tode peitſchen, Du ab⸗ ſcheulicher junger Satan.“
Das Gewiſſen. I. 17


