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„Aber Sie wiſſen ganz und gar nicht, ob es ein Kuabe oder ein Mädchen war?“
„Ich weiß nichts... ganz und gar nichts, was meine Vermuthung für den einen oder andern Fall be⸗ ſtärken könnte. Allerdings hat man mir geſagt, es ſolle ſein Knabe geweſen ſein, allein ich kann mich nicht darauf verlaſſen, weil mein Gewährsmann mich in ſo vielen andern Beziehungen betrogen hat, daß ich überzeugt bin, er werde es auch in dieſer gethan haben“
„Die Lüge iſt Gottes Entſetzen und des Satans Freude. So iſt es... aber warum lügt man denn, während man doch nur durch Chrlichkeit die himmliſche Seligkeit gewinnen kann? Sie finden gleichwohl, wür⸗ digſter Herr Pfarrer, daß die Angaben ſehr wenig be⸗ ſagen, und daß es nicht ſo leicht ſein kann, die Wege des Herrn zu erforſchen.
In dieſem Augenblick hörte man aus dem Zimmer über ihnen ein ſchallendes Gelächter und hernach auch das Getöne einer ſchnarrenden Violine. Aber die Spre⸗ chenden ließen ſich dadurch nicht ſtören.
„Ihre Bemerkung iſt unlängbar vollkommen richtig,“ verſetzte der Pfarrer,„aber obſchon wir nicht viel Hoff⸗ nung hatten, ſind wir dennoch hiehergekommen, um Sie zu horen, nachdem Sie angedeutet haben, daß ſie mög⸗ licherweiſe den einen oder andern wichtigen Aufſchluß ertheilen könnten. Wollen Sie inzweſchen ohne alle fremde Beimiſchung ſich ſtreng an den Gegenſtand halten, ſo wäre dies gut, es iſt ſchon ſpät und unſere Zeit iſt kurz zugemeſſen.“
Mutter Jonſſon, die jeden Geiſtlichen eben ſo ſehr fürchtete wie den Polizeidirektor ſelbſt, hielt ſich auch nach dieſer Bemerkung lediglich an den Gegenſtand und wurde nur mitunter durch das Getöſe von oben geſtört.
„Vor ungefähr 22 Jahren,“ ſagte ſie jetzt,„diente ich bei einer Hebamme hier in der Stadt, die Weſſelius hieß und eine ſehr kluge und verſtändige Frau war.
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