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ſogleich zu ſich, und zwar um ſo mehr, als ſie ihr auch noch etwas Anderes zu ſagen hatte. Sobald Anna her⸗ auskam, nahm ſie aus einem kleinen Körbchen einen hübſchen Spitzenkragen und eine dünne Kette von einer Compoſition, die wie Gold glänzte.
„Du biſt ein braves, artiges Mädchen, Königin,“ ſagte ſie;„ſiehſt Du dieſe ſchönen Sachen da... für wen glaubſt Du wohl, daß ſie ſind?“
Annas Geſicht glänzte vor Zufriedenheit. Sie war wie alle andere Mädchen ſchwach für jeden Flitter, der ſie gut kleiden konnte.
„Gute und brave Mädchen muß man belohnen,“ fuhr Madame Buchholz fort,„wie man die böſen be⸗ ſtraft, und Du biſt juſt mein beſtes Mädchen, Du biſt kein ſo einfältiges Ding, wie der Waldhahnenfuß, was würdeſt Du thun, wenn ich Dir das alles gäbe?“
„Was ſagen Sie, Tante... Sie wollen mir das alles geben... ach, wie gut Sie ſind! Man mag von Ihnen ſagen, was man will, aber gut ſind Sie.“
Die Penſionäre an ſolchen Orten, wie das Café London iſt, nennen die Vorſteherin immer Tante.
„Aber Du weißt vielleicht nicht, Du hübſcher Wech⸗ ſelbalg, warum Du es bekommſt? Du glanbſt vielleicht, es geſchehe für nichts?“
„Gleichviel, Tante, warum Sie mir es geben, wenn ich es nur bekomme. Ich erinnere mich nicht, etwas ge⸗ than zu haben, was eine Belohnung verdiente, daß ich meine Pflicht thue, das iſt nichts Beſonderes... aber laſſen Sie mich nur dieſes Krägelchen da ſehen... ach, wie ſchön, wie ſchön!“
„Nicht ſo eilig, nicht ſo eilig. Du haſt gleichwohl dieſer Tage einen guten Fang gethan.“
„Ich, einen guten Fang? Sie ſchmeicheln mir, Tante; ich weiß nicht, daß ich etwas gethan hätte.“
„Du liſtiges Hexchen! Du haſt doch dieſen dummen Grafen da in unſere Klauen gelockt.“


