vor ihren Augen, aber die ſtarken Getränke gaben ihr den Muth wieder, während ſich ihre Sinne berauſchten. Ob⸗ ſchon ſie noch immer ſchwach war, ſo gewannen doch jetzt ihre Augen Feuer und ihre Wangen Farbe. Sie glaubte nicht mehr an einen mächtig leitenden und ſchützen⸗ den Finger Gottes, und ſo verlor ſie auch den Glauben an den Werth der Tugend und die Macht der Unſchuld.
Sie hatte ſich vor den Befehlen ihrer Ernährerin nicht geduckt, aber die Verachtung und den Hohn ihrer Kamerädinnen vermochte ſie nicht zu ertragen.
So tief gefallen die Mädchen waren, die ſie um⸗ gaben, und deren bittere Worte ihren letzten Widerſtand gebrochen hatten, ſo waren ſie doch gerührt über ihren eigenen Sieg und die beinah wahnſinnige, aber dennoch milde Ergebung, womit ſie ſich zu Ihresgleichen einweihte.
„Alles iſt ja jetzt gut... nicht wahr.. alles iſt ganz gut,„ſagte ſie, als ſie den Tanzſaal verließ und ſich ins Schenkzimmer hinausbegab;„ja ja, es iſt ganz gut.“
Als es dem Waldhahnenfuß gelang, ſich aus den Hän⸗ den der Madame Buchholz loszumachen und ins Tanz⸗
zimmer zu kommen, folgte Madame ihr nach, blieb aber
auf der Schwelle. ſtehen und freute ſich darüber, daß ſie ihre ſogenannten Schülerinnen ihr Werk fortſetzen hörte. Sie bemerkte dabei, daß die Königin der wilden Jagd, die ſonſt einen großen Einfluß auf die Andern ausübte, ſtill blieb, und ſie fürchtete deßhalb, daß dieſe, die mit⸗ unter Proben von einem guten Herzen ablegte, auf die Seite des Opfers treten und daſſelbe retten könnte. Um dieſer Unannehmlichkeit zuvorzukommen, rief ſie Anna
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