Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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ten. Die Verzweiflung hatte ſich ihrer gänzlich be⸗ mächtigt.

Gebt her, ſagte ſte,und laßt mich trinken.

Sie leerte das Glas auf einen einzigen Zug.

Noch mehr, rief ſie,mehr, mehr... mehr

.ich bin durſtig... ich will mich abkühlen. noch mehr!

Man füllte einen neuen Becher und reichte ihn ihr; auch dieſen leerte ſie, ohne Athem zu ſchöpfen.

Waſchet das Blut von meinem Geſichte ab fuhr ſie fort..tummelt euch, tummelt euch... ich habe Eile... er wartet ja droben... tummelt euch.

Das Geſpötte hatte aufgehört und man erfüllte ihre Wünſche mit einem Wohlwollen, das mit Ueberraſchung und Verwunderung gemiſcht war.

Macht mir das Haar zurecht... wie ſehe ich jetzt aus? Es iſt wahr... ich habe einen kleinen gol⸗ denen Ring draußen,... das Letzte, was mir meine Mutter ſchenkte... ſie gab ihn mir nebſt ihrem Se⸗ gen... holt ihn... ſputet euch... er wartet ja... eilet... eilet...

Eines der andern Mädchen holte das Ringlein, aber ehe der Waldhahnenfuß es an den Finger ſteckte, küßte ſie es.

So ſo, jetzt bin ich ja fertig... glaubt ihr, daß

ich ihm gefallen werde?... ich ſehe doch nicht gar zu

übel aus... aber dies wäre ja auch eure Schuld, die ihr mich als Braut geſchmückt habt.

Der Waldhahnenfuß hatte einen entſetzlichen Ent⸗ ſchluß gefaßt. Nachdem ſie ſo lange als moͤglich gegen die Laſter gekämpft, in deren Wirbel ſie hineingezogen worden, ſchwanden endlich ihre Kräfte, und um da, wo ſie war, Frieden und Ruhe zu gewinnen, faßte ſie in ihrer Verzweiflung den Entſchluß, ſich ihrem Schickſal zu unterwerfen. Es brannte in ihrer Bruſt, es wimmerte

Das Gewiſſen. I. 16