Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

239

Um Gotteswillen, zwingen Sie mich nicht zu einer Sünde.

Sünde hin und Sünde her, gleich als ob es etwas anderes als Sünden in der Welt gäbe. Sperre Dich jetzt nicht mehr lang... gehe, ſage ich Dir, gehe ſo⸗ gleich, ſonſt...

So tödten Sie mich lieber.

So. Du willſt, daß ich Dich tödten ſoll... nein, Du ſollſt leben... dann aber auch leben...

Und jetzt ergriff ſie das arme Mädchen beim Haar, und eine Scene erfolgte, mit der wir unſre Leſer ver⸗ ſchouen wollen..

Das Blut ſtrömte dem Mädchen über das Geſicht, doch gelang es ihr endlich, aus den Klauen der aufge⸗ reizten Hyäne loszukommen, und ſie nahm ihre Zuflucht in den Tanzſaal, wo ſie mit höhniſchen Bemerkungen und allgemeinem Gelächter empfangen wurde.

Sie hatte einiges Mitleid hier zu finden gehofft, wie tief ſchnitt es ihr nicht ins Herz, daß ſie das Ge⸗ gentheil erfahren mußte! Verlaſſen von Jedermann rang ſie die Hände und ſank in einem Winkel nieder.

Sie beſchämt uns ordentlich, der Waldhahnenfuß, bemerkte eine der Mamſellen.

Laßt das arme Ding nur zuerſt an den Schnaps ſich gewöhnen, rief eine andere,ſo wird ſie mit der Zeit ſchon recht werden.

Sie ſpricht von Tugend, wie der Blinde von der Farbe, verſetzte eine andere. Hahaba!

Sie iſt eine echte Landpomeranze mit ihrem zim⸗ perlichen Gewimmer und Geſtöhne.

Gebt ihr Branntwein und Punſch, das wird ſie

ſchon heilen und ihr das Geſichterſchneiden abgewöhnen. Ihr hättet ſie ſehen ſollen, als ſie das erſtemal hieher kam. Sie war da nicht ſo fein. Das muß man ſuen⸗ daß Frau Buchholz ſie recht freundlich behandelt at.