Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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ſelbſt bekommen wirſt. Berubige dich jetzt, mein artiges Kind, und zwinge mich nicht, Strenge zu gebrauchen.

Madame Buchholz hatte unleugbar ein ſo reſpectab⸗ les Ausſehen, daß es Niemand für ratbſam halten konnte, ſich ihren handgreiflichen Zorn zuzuziehen. Bei einem Alter von ungefähr fünfzig Jahren hatte ſie eine ſtarke, kräftige Figur, mehr männlich als weiblich

Sie war groß und mager; ſie hatte kohlſchwarze Haare, grimmige finſtere Blicke und dünne, ungewöhnlich blutloſe Lippen.

Wenn ſie auch in jüngeren Jahren manchmal durch eine wärmere Neigung ihre Handlungen hatte beſtimmen laſſen, ſo war ſie jetzt mit mehr Welterfahrung, und nach⸗ dem ſie in ein reiferes Alter gekommen, kalt und hart, und ließ ſich nur noch durch Eigennutz und Geldgier leiten, denn Geld zuſammen zu ſcharren, war ihr einziges Vergnügen. Die Mittel zu dieſem Zweck waren ihr alle gleichgültig. Es war ihr ganz gleich, ob ſie mit dem Verbrechen und Laſter, oder der Unſchuld und Tugend Wucher trieb. Für ſie beſaß nichts einen höhern Werth als das Geld.

Als ſie die letzten Worte ſprach, erhob ſie ihre kno⸗ tige Hand, gleich als wollte ſie zeigen, daß ſie auch zu⸗ ſchlagen könne.

Der Waldhahnenfuß duckte ſich vor Angſt zuſammen und eine Thräne zitterte in den Augen des armen Mäd⸗ chens.

Schlagen Sie mich nicht, gute Madame, bat ſie, ich werde ja alles thun, was Sie wollen; nur verlangen Sie nicht, daß ich da hinaufgehen ſoll.

Garſtiges Ding, jetzt verlange ich es gerade,... hörſt Du... ich verlange es, und ſo wabhr ein Teufel in der Hölle iſt, Du ſollſt mir geborchen. Ich habe be⸗ reits Handgeld empfangen und er erwartet Dich droben ... gehorche, ſage ich Dir, gehorche.