237
zu hören, was der Neuangekommene zu ſagen habe; dann aber ſetzte er ſeinen Weg fort, ohne ſich weiter um die Berathungen der Kameraden zu bekümmern.
Wir haben erwähnt, daß die Wirthin und der Wald⸗ hahnenfuß im Schenkzimmer ſtanden.
Ich habe Dir meinen Willen erklärt,“ ſagte die Wirthin mit Heftigkeit, das Ding muß einmal ein Ende nehmen. Glaubſt Du, daß ich Dich um nichts kleiden und füttern kann, ohne das Mindeſte dafür zu bekom⸗ men?“ 3
Ach nein, beſte Madame, ich gebe zu, daß dieß
nicht in der Ordnung iſt... aber ich kann Ihnen nicht gehorchen. Verabſchieden Sie mich... jagen Sie mich fort, aber... aber.. aber...“
„Einfältiges Geſchwätz. Glaubſt Du denn, daß ich es übers Herz bringen könnte, Dich fortzujagen, ſo daß Du wieder eine ebenſo arme Kröte würdeſt, wie damals, als ich Dich von der Straße aufhob? Erinnerſt Du Dich noch, was Du damals warſt? Ohne Kleider, ohne Nahrung, ohne Obdach und obendrein ohne allen Schutz, kamſt Du vom Lande hierher, wie wenn Du da alles nur aus dem Schranke herauszunehmen hätteſt. Wie geſagt, jetzt mußt Du gehorchen. Ich habe Geduld ge⸗ nug mit Dir gehabt... und die Geduld ermüdet auch. Der Herr droben iſt einer meiner beſten Kunden und ich habe keine Luſt, ihn zu verlieren. Siehſt Du, du blaſſes Satanshexchen, wie hoch ich Dich ſchätze. Du biſt mit deinen bleichen Wangen keinen Thaler werth und er ver⸗ ſpricht mir fünfzig für Dich, ohne die Geſchenke, die Du


