Freank war zu ſehr von ſeinem Gegenſtand beſchäftigt, um etwas anderes zu hören, als die Stimme, die ihm in ſeinem Herzen gebot, ſein wichtiges Geſchäft auszu⸗ führen.
„Ich bhabe,“ fuhr er fort,„ſo kurz wie möglich die hauptſächlichſten Gründe zu der Zuſammenkunft, die wir bald haben werden, mitgetheilt, aber natürlich ſind mir viele beſondere Abenteuer und Scenen aufgeſtoßen, die zu allerlei Betrachtungen Anlaß geben könnten; ſie ge⸗ hören jedoch nicht hierher.“
„Hören Sie, welches wilde, hölliſche Gelächter, welcher bachanaliſche Lärm! Die Orgien der Alten konnten nicht ſchlimmer ſein... Hier werden wir vermuthlich herein müſſen.“
Frank hörte jetzt auch das Getöſe und ſchaute ſich
aufmerkſam um.
„Ganz richtig, Herr Pfarrer, ganz richtig, da iſt der Schild und dort die rothen Gardinen.„Laſſen Sie uns drauf zu gehen, Herr Pfarrer.“
Als ſie in die Hausflur kamen, befanden ſie ſich in gänzlicher Dunkelheit und blieben ſtehen, weil ſie nicht wußten, wohin ſie ſich wenden ſollten.
Zu ihrer Verwunderung hörten ſie in einem Seiten⸗
zimmer eine gellende Stimme eine geiſtliche Melodie
ſingen. Gegen die Lachſalven und die Tanzmuſik vom
ſooberen Stock bildete der einfache, aber pipende Pſalmton einen eigenthümlichen Kontraſt.
„Es iſt mir,“ bemerkte der Geiſtliche,„bei dieſer Andacht mitten unter ſolchen Orgien nicht wohl zu Muth. Kennen Sie die Wege hier, Herr Graf?“
„Nicht genau, aber ich weiß ein Zeichen, das uns
voranhelfen wird.“
Und er klatſchte hierauf ſtark in ſeine Hände, was er mit kurzen Unterbrechungen dreimal wiederholte. Der
geiſtliche Geſang hörte ſchon beim zweiten Schlag auf,
und beim dritten wurde vorſichtig eine Thüre auf der


