Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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webe zu durchdringen, worin es ſicherlich nicht an Liſt und Ränken fehlt. Erweiſen Sie mir den Gefallen, Herr Pfarrer, und beſuchen ſie den Ort in meinem Namen. Ihre Perſon und Ihr Beruf werden Achtung einflößen, Ihr Urtheil und Ihr Blick wird ſicher das Rechte unter⸗ ſcheiden. Sie verſprechen es mir doch?“

„Ich verſpreche...“

Während Gabriele in ihrer Erzählung fortſchritt, war Gourvilles Bild zuerſt aus ihren Gedanken, ſodann aus ihrem Herzen verſchwunden, und Frank hatte ſeinen früheren Platz darin wieder eingenommen.

Die qualvollen Gemüthsbewegungen, die Gourville bei ihr hervorgerufen, hatten unſtreitig ſehr mächtig auf ihren Entſchluß eingewirkt, ſich dem Paſtor der Gemeinde anzuvertrauen; aber dieſe Gemüthsbewen ungen waren jetzt verſchwunden, und ſie glaubte von einer Schwach⸗ heit nicht ſprechen zu müſſen, die zu überwinden ſie, we⸗ nigſtens ſchmeichelte ſie ſich damit, in dieſem Augenblick Kraft genug beſäße. Sie ſchloß alſo hier.

Der achtungswerthe Geiſtliche, der mit ſchweigender Theilnahme ihrer Beichte gefolgt war, trennte ſich von ihr erſt, nachdem er manches Wort des Troſtes geſpro⸗ chen und ihr die Rathſchläge ertheilt hatte, die ihre Stellung erforderte.

Seine öffentliche Wirkſamkeit im Vaterland hatte ihm einen Namen verſchafft, der gleich einer zweiten Harfe Davids in deu Annalen unſrer Kirche und der Literatur klingt, einen Namen, der in allzuhoher Ach⸗ tung und Verehrung ſteht, als daß wir ihn durch Nen⸗— nung in einer Erzählung dieſes Schlags profaniren möchten.

Das Gewiſſen. J. 15