Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1852)
Entstehung
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„Vor kurzer Zeit miethete er einige Zimmer in die⸗ ſem Hauſe, drei Treppen hoch, wo er jetzt wohnt. Ich brauche nicht zu ſagen, daß er mich noch immer liebt.

„Aber wichtiger als unſere Liebe, wichtiger als all' die Verhältniſſe, die uns zu dem Punkt geführt haben, wo wir jetzt ſtehen, iſt die Frage, wie wir das Kind wiederfinden ſollen, das uns gehört.

„Theodors Bekannter... der Geſchäftsmann... hatte ihn betrogen. Um ſich einige lumpige Summen anzueignen, unter dem Vorwande, daß ſie vorſchriftsge⸗ mäß angewendet würden, hatte der Mann die Lüge aus⸗ geheckt, daß er unſer Kind ausgemittelt und in gute Hände übergeben habe.

„Ich glaubte an das, was Theodor mir ſchrieb, und ich wagte es nicht, ſelbſt nähere Erkundigungen einzu⸗ ziehen, weil ich mich bloszuſtellen fürchtete. Theodor wünſchte es auch ſo.

„Erſt als er in's Vaterland zurückkäam, wurde das Verhältniß aufgedeckt. Er hat ſeitdem nichts unterlaſſen, um den geheimen Fäden auf die Spur zu kommen, aber, noch immer Alles vergebens.

„Ich habe in den Papieren meiner Tante geforſcht, aber nicht eine einzige aufklärende Zeile gefunden. War mein Kind todt? War es mit ihrer Abſicht geſchehen, daß man es mir auf dieſe Weiſe entriſſen hatte?

„Der Verſtand ſteht mir ſtill, aber in meinem Herzen breunt es vor Unruhe und Selbſtvorwürfen. Herr Pfarrer, helfen Sie uns ſuchen, forſchen, ausmitteln.

„Frank ſagt, er habe einige Veranlaſſung, jetzt zu hoffen, und er hat mir eine Adreßkarte geſandt mit der Bitte ich möchte mich heute Abend an einem darauf bezeichneten Orte einfinden.

„Ich geſtehe, daß ich mich fürchte, das zu thun. Der Ort, den er angibt, ſoll, wie man mir geſagt bat, im höchſten Grade zweideutig ſein. Ueberdieß trau ich mir nicht Scharfſinn genug zu, um ein verwickeltes Ge⸗